Die Aufnahmen zu "Hey Venus!" haben die Super Furry Animals nach eigenem Bekunden mal eben so nebenbei eingeschoben, zwischen zwei bis sieben anderen Projekten quasi. Diese Aussage wäre von jeder anderen Band unerträglich großkotzig, denn solche Songjuwelen schüttelt man nicht einfach so aus dem Ärmel, doch den hyperproduktiven und ungemein sympathischen Multitalenten aus Cardiff mag man das sogar glauben. Die lassen ja auch einen tollen Glam-Pop-Song wie "The Gateway Song" bereits nach 43 Sekunden schon wieder ausklingen. Weil sie ja noch so viel mehr mitzuteilen haben. "Run-Away" und "Show Your Hand" zum Beispiel, wiederum schlicht umwerfende Popsongs mit dezentem Beach-Boys-Einschlag. Ja, die Liebe zur Musik von Brian Wilson und seinen Brüdern ist eine feste Konstante im skurrilen Kosmos der Super Furry Animals. Ansonsten hat sich einiges geändert. Neuer Produzent (David Newfeld), neues Label (wobei die Labelwechsel bei SFA auch etwas Konstantes haben) und vor allem ein neuer Artworker. Hatte bisher Pete Fowler alle Plattenhüllen designt, zeichnet diesmal der japanische Künstler Keiichi Tanaami für das grell psychedelische Terry-Gilliam-meets-Robert-Williams-Cover von "Hey Venus!" verantwortlich. Ist aber keine radikale Wandlung draus geworden, und auch musikalisch bleibt die Band ihrer Schlangenlinie treu, ein rhythmisch markanter Brecher mit Quietschgeräuschen ("Neo Consumer") oder ein rifflastiger 60s-Rocker wie "Into The Night" fügen sich nahtlos zwischen sonnig-flockige Bubblegum-Nummern. Album Nr. 9 ist angeblich bereits in der Entstehung, und wenn sie weiterhin solch faszinierende Britpop-Scheiben raushauen, möge diese Band bitte niemals ausgebremst werden.
Bewertung: 9/12
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