Die Emil Bulls stehen für vieles, was ein Journalist nicht gutheißen darf. Für aus Nu-Metal erwachsenen Entertainment-Rock, Turnschuhe und Playboy-Ausgaben auf Interviewtischen. Für Effekte, die verdecken, dass sie im Kern zwar keine subtilen, aber anständige Songwriter mit großem Pop-Appeal sind.
Dieses Talent stellt ihr vor Live-Publikum eingespieltes Akustik-Album "The Life Acoustic" (Oh My Sweet/Alive) endlich in den Vordergrund. Da stehen sie, Lieder wie "Cocoon", "Monogamy" oder "These Are The Days" und tragen auch ohne Produktionspomp und Wucht gut, da sie schlichtweg gute Popsongs sind. Diese Platte, bei ihrem ursprünglichen Indie-Label ohne großes Budget erschienen, will in Machart, Songauswahl und Artwork endlich das Kasper-Image von der Band waschen, und es gelingt ihr insoweit, als jeder hört, dass die Bulls in der Substanz von Melodien und Hymnen und nicht vom Heckmeck leben.
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