0 Autor: Jörg Staude

Johnossi - dto.

dto.

Sie streiten nur zu zweit, das sei konstruktiver. John Engelberg und Ossi Bonde feiern den 60s-Pop auf der großen Leinwand.

Nach ihrem dritten Gig sollen sie ihren ersten Plattenvertrag bekommen haben, sagt die Legende. Danach hätte sich nicht mehr viel getan. Es braucht keine drei Durchgänge, um diese Platte so zu lieben, wie sie ist: kurz, pathetisch, voller Überraschungen. Zwischen simplem 60s-Pop und Hardrock bewegen sich die zwei Schweden. Jeder Song so durchdacht wie lässig eingespielt. Dabei sind es weniger sperrige Instrumentierungen, ungewöhnliche Akkordfolgen wie bei anderen Kapellen dieser Konstellation – das Debüt lebt von seinen wunderschönen Melodien. Es sind die Noten, Griffe, Verstärker und Verzerrer, die Johnossi an vielen erwarteten Stellen nicht benutzen, die dazu führen, dass man den Songs aufmerksam hören muss. Mut zur Lücke, so einfach ist das. Mut, sich dem reinen Folk ("Family Values") und gleichzeitig Franz Ferdinand auf Hardrocktrip ("Execution Song", "Press Hold", "Santa Monica Bay") zu nähern, ohne stümperhaft naiv zu klingen. So oder ähnlich müssen Bands vor vier Jahrzehnten an ihre ersten Aufnahmen herangegangen sein. Nach dem Prinzip: Der erste Gedanke ist oft der richtige. "Was ist denn das für eine Platte?" – "Ein schwedisches Duo. Das Debüt." – "Respekt. Klingt aber gar nicht so. Klingen wie alte, erfahrene Säcke, die Bock auf 'ne lockere Platte ohne Druck gehabt haben."

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.8/12

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