0 Autor: Dennis Plauk

The Rifles - No Love Lost

No Love Lost
  • VÖ: 14.07.2006
  • Label: Red Ink/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 160

Es ist noch zu früh, um von Post-New-Wave-Of-British-New-Wave-Bands zu sprechen. Aber "zu früh" heißt nicht "noch lange hin".

Das rock- und popkulturelle Phänomen, wie ein Stil entsteht, erblüht und schließlich von einem neuen abgelöst wird, ist in eine simple Gleichung zu bringen. Mark Everett von den Eels würde dazu vielleicht "Old Shit/New Shit"-Formel sagen. Je kürzer die Inkubationszeit wird "je weniger Zeit zwischen Infektion (Band gründen) und Ausbruch (Band der Welt vorführen) vergeht", desto länger hält die Welle bereits an, desto näher kommen wir ihrem Ende. The Rifles spielten ihr erstes Konzert vor gut einem Jahr, kurz nach Bandgeburt, heute liegt ihr Debüt auf dem Tisch. Eine Schraube von Debüt, die sich ins Ohr dreht und nicht so einfach zu ziehen ist. Loswerden? Geht schon, per Overkill. Doch empfehlen wir lieber das wohldosierte Kosten von "No Love Lost", dem Album mit "Local Boy" drauf, dem Song, der sich soeben fürs schönste Cure-Ripoff in diesem Abrechnungszeitraum (circa "Doing The Unstuck") beworben hat. The Rifles schreiben Melodien für Ein-paar-Hunderttausend, club- statt arenengerecht. So präzise, wie Punkrock sein darf, so originell, wie ein Patchwork aus der gerade angesagten britischen Musik sein kann. Und weil es in Zeiten, in denen man Dirty Pretty Things haben kann, müßig ist, nach den nächsten oder übernächsten Libertines-Thronfolgern zu suchen, klauen wir unser Schlussplädoyer für diese vier Guten aus London bei einem großen imperialistischen WWW-Warenhaus. Kunden, die diese CD gekauft haben, haben auch diese Musiktitel gekauft: The Subways, The Cribs, The Rakes, The Paddingtons.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 11.0/12

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