0 Autor: Sascha Krüger

Kevin Devine - Split The Country, Split The Streets

Split The Country, Split The Streets

Ein Emokid wird erwachsen: Der New Yorker Kevin Devine entdeckt die Kunst des klassischen Folk-Songwritings.

2004 war ein hartes Jahr für den 25-jährigen Brooklyner. Er spielte über 300 Shows (und tourte dabei allein drei Mal durch Deutschland), musste den Tod seines Vaters verkraften und entdeckte durch die reaktionären Pro-Krieg- und Pro-Kapitalismus-Tendenzen seines geliebten Amerika seine politisch motivierte Ader. All das hört man nun verarbeitet auf diesen 13 warmen, liebevollen und spontan mit einer fabelhaften Band eingespielten Liedern. Seine Musik auch weiterhin in die Emo-Ecke zu stecken, würde ihm nicht gerecht; eher schon präsentiert er sich als eine Songwriter-Version von The Promise Ring, Maritime oder The Get Up Kids. Oder, umgekehrt, als eine dezent rockige Variante von Bright Eyes oder South San Gabriel. Schöne, von gewaltiger Melancholie getriebene Melodien sind noch immer der klare Fokus seiner Musik – dabei erinnert er nicht selten an den epischen Wohlklang von Karl Larsson. Facettenreicher hingegen die Arrangements: Mal rockt und rumpelt es ganz ordentlich, dann wieder plinkert ein zerbrechlicher Tune aus den Boxen, der nur aus Stimme und Akustik-Gitarre besteht. Für Menschen, die eine unbemühte Mischung aus Emo, Pop, Indie und Folk mögen und denen Dashboard Confessional etwa zu oberflächlich sind.

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