0 Autor: Sascha Krüger

Stereo MC`s - Paradise

Paradise

Die britischen Hipster-Hopper bleiben, wer sie waren: abgehangene Soulfunkrap-Mixer für Sonnentage. Locker groovy, aber inzwischen völlig pupe.

Was uns vor eineinhalb Jahrzehnten den Beat in die Beine und pure Frohlockung ins Gemüt trieb, reicht jetzt gerade noch zu niveauvoller Radio-Muzak. Es ist eindeutig wie ernüchternd: 2005, geschlagene 13 Jahre nach ihrem großen "Connected"-Moment ist ein neues Album der Stereo MCs vor allem eine kurze, weil schnell wieder vergessene Erinnerung an alte große Groove-Zeiten. "Paradise" ist keineswegs schlecht, im Gegenteil: Mit seiner lässig aus dem Ärmel geschüttelten, eleganten Zweckoptimisten-Attitüde ist dieses Album überzeugender als sein bestürzend mediokrer Vorgänger. Das groovt und rollt, soult und funkt; ein einziges Poposchütteln und Arme-in-die-Luft-reißen, mit einer souveränen Selbstverständlichkeit, wie das nur cluberprobte Discotizer-Veteranen können. Die Rezepte, Strukturen und Soundwelten indes sind die gleichen wie damals, als man die Stereo MCs noch eine Beziehung zum Zeitgeist hatten. Jetzt wirken diese zwölf bouncenden Glückskeks-Konserven eher wie ein noch gutaussehender, aber spirituell verbrauchter Flaschengeist, der sich mühsam aus seiner kellerstaubigen Glasbuddel schält, achselzuckend erklärt, dass von ihm keine Wunder mehr zu erwarten sind, und darauf verweist, wie viel Gutes er in seinem langen Leben schon getan hat. Und – ffffupp! – ist er wieder weg.

Bewertung: 5/12

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