0 Autor: Kai Winn

Modey Lemon - The Curious City

The Curious City

Von gängigen Mustern und vertrauten Songstrukturen halten die Weirdo-Indie-Konstrukteure immer noch herzlich wenig.

1999 fing alles vor einem Obststand in der Drei-Flüsse-Stadt mit dem großen P an. Nein, nicht in Passau, sondern in Pittsburgh blues-klampften Philander Boyd und Paul Quattrone zum ersten Mal. Heute heißt ihr einstiges Frischluft-Projekt Modey Lemon und verfügt über so viele Mitglieder wie die erwähnten Städte Flüsse ihr Eigen nennen. Der Opener verquickt noch recht harmlos konventionelle Alternative-Ideen mit 20-years-ago-Indie à la Jesus And Mary Chain oder den Shiny Gnomes. Die ungepflegt polternden Drums lassen das fröhliche Grinsen Keith Moons förmlich erahnen, der Bass darf auch mal sturköpfig die Melodie rausknarzen. Math-Rock meets Blur meets Blues Explosion. Dazu massig Vintage-Appeal ohne modische Retro-Attitüde. Geht es mal harmonischer zu ("Mr. Mercedes"), versuchen komplexe, aber stets tighte QOTSA-nahe Arrangements, aus der gammligen Leiche namens Rock noch ein letztes Quentchen Frische und Leben herauszuwringen. Indes, der nächste Bruch folgt sogleich: "Countries" beschreitet andächtig die "Bridge Over Troubled Water", bevor die "Trapped Rabbits" 16 Minuten lang auf den Wirrungen einer vom Feedback strapazierten Hack-Rock-Schotterpiste überdauern müssen.

Bewertung: 9/12

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