Same Same But Different
Eine Story, die eigentlich nach einem Gutmenschen-Märchen klingt. Doch die Geschichte des jungen Asienreisenden Benjamin Prüfer, der sich in Kambodscha in ein Bargirl verliebt, ist wirklich so passiert. Alles ist wahr. Buck hat es höchstens frei wiedergegeben. Beschönigt wurde nichts; unsentimental ist "Same Same But Different" sowieso.
Gemeinsam mit seinem Freund Ed ist Ben (David Kross aus "Der Vorleser") als Rucksacktourist unterwegs durch Asien. Treiben lassen, feiern, Drogen nehmen und was erleben, vielleicht auch mit einer Frau. In Kambodscha gelten schließlich andere Gepflogenheiten. Hier akzeptiert man Dinge, mit denen man daheim, im eisigen, vor allem aber geregelten grauen Alltag von Hamburg gar nicht erst konfrontiert werden würde. Und so lernt Ben in einem Nachtclub die junge Kambodschanerin Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk) kennen. Sie spricht ein wenig deutsch; er spricht auf sie an. Als sich die beiden tatsächlich ernsthaft ineinander verlieben, treffen sie eine Abmachung, bevor Ben aus Geldmangel die Rückreise antreten muss: Er schickt ihr jeden Monat 150 Dollar und sie hält sich von der Prostitution fern. Wieder daheim, bekommt Ben mit Hilfe seines Bruders eine Stelle als Redakteur und Reisejournalist. Per Internet und Telefon hält er weiterhin Kontakt zu Sreykeo. Als sie ihm gesteht, dass sie HIV-positiv ist, hält es Ben nicht länger in seiner Heimat. Er muss zurück und seiner Freundin helfen.
Abseits von beschönigender Postkartenidylle hat Detlev Buck dem Roman „Wohin du auch gehst“ von Benjamin Prüfer und Sreykeo Sorvan zu passenden Bilder verholfen, ganz ohne unnötiges Tränendrüsendrücken. Denn so unglaublich und emotional die Geschichte stellenweise ist – sie ist doch wahr. Vor allem aber hat sie ein Happy-End. Denn trotz aller Unwägbarkeiten und dem traurigen Umstand, dass Sreykeo an einer unheilbaren Krankheit leidet, leben die beiden verheiratet in Deutschland und Kambodscha. Sogar Eltern eines gesunden Kindes sind sie.
Nachdem Buck bereits mit David Kross das hervorragende Drama "Knallhart" (2006) drehte, kann er sich auch in "Same Same But Different" auf seinen Schützling verlassen. Kross trägt die Rolle souverän. Er wirkt nicht nur wie der Junge von nebenan – er ist das auch: unaufgesetzt und überzeugend. Und wie zuletzt beim "Knallhart"-Soundtrack und dessen Domino-Label-Rundschau, erfreut diesmal unter anderem Konstantin ‚Get Well Soon’ Gropper mit einem eigens komponierten Soundtrack. Ein empfehlenswertes Stück Kino, das dank seiner Vorlage viele Probleme aufzeigt und doch nie den plump mahnenden Zeigefinger zückt.
Trailer: "Same Same But Different" - ab dem 21.01. im Kino
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