szmtag
16.11.2009 | 10:15

State of Play. Stand der Dinge

Autor: Matthias Wittmann Heimkino Archiv
State of Play. Stand der Dinge
  • Original: State Of Play
  • Universal
  • Regie: Kevin Macdonald
  • Darsteller: Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams
  • Lauflänge: 122 Minuten
  • Blu-ray, DVD
  • VÖ: 12.11.2009

Hollywood schafft es wieder: Trotz oder gerade wegen eines großen Staraufgebots und Budgets wird ein sehenswertes Original lieblos und überstürzt zu einem 08/15-Washington-D.C.-Politthriller.

Was Regisseur Kevin Macdonald da schaffen wollte, ist nicht genau zu sagen. Was er jedoch tatsächlich geschafft hat, ist mit großer Bestimmtheit zu sagen: Eine verunglückte Reminiszenz an New Hollywood. Dass er Verschwörungen und politische Intrigen zu spannenden Filmen machen kann, hatte er mit The Last King Of Scotland bewiesen.

Diesmal ist Oscargewinner Russell Crowe als Enthüllungsjournalist Cal McCaffrey in Washington unterwegs. Von seiner Chefin (Helen Mirren) wird er auf einen sich anbahnenden Skandal angesetzt: Die Assistentin des jungen Kongressabgeordneten Stephen Collins wurde ermordet aufgefunden. Delikat in zweifacher Hinsicht: Dieser Mord ist ein weiterer in einer Reihe von Morden im Umfeld des Politikers, und Collins ist kein Hinterbänkler. Der junge wie charmante Demokrat ist die Nachwuchshoffnung seiner Partei und wird schon als nächster Präsidentschaftskandidat gehandelt. McCaffreys Recherche in diesem Fall trägt jedoch dunkle Geheimnisse zu Tage – auch wenn es einige Zeit braucht, bis er sich mit seinem jugendlichen Sidekick, der Klatsch-Bloggerin Della Frye (Rachel McAdams) arrangiert hat und dem vermeintlichen journalistischen Leichtgewicht mit der gebührenden Annerkennung begegnet. So beschwört State Of Play auch noch einen halbgaren Generationskonflikt zwischen Print- und Onlinemedien herauf.

Schwerer wiegt allerdings, dass es dem Regisseur der BBC-Vorlage noch um die Verdeutlichung der menschlichen Schicksale in dieser Geschichte ging, während hier auf Opulenz gesetzt wird. Klischees und Kulisse verdrängen die liebevollen Details des Originals. Und natürlich darf auch der „gesunde“ amerikanische Patriotismus nicht fehlen: Während der englische Stephen Collins Vorsitzender einer Umweltkommission war, ist der Amerikanische natürlich Vorsitzender des Verteidigungsausschusses.

Trailer: State Of Play

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