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09.11.2009 | 17:31

Filmflash

Autor: Online Redaktion Heimkino Archiv
Filmflash
  • VÖ: 09.11.2009

Diese Woche im DVD-Player: "Der Fluch der zwei Schwestern", "Hinter Kaifeck", "Dead Snow" und "Illuminati".

+++ "Der Fluch der zwei Schwestern" (Paramount) ist eine durch passable Mystery-Geschichte mit funktionierenden Schreckmomenten und überraschendem Ende. Dabei macht sich der Psychothriller, ein Remake des koreanischen „A Tale Of Two Sisters“, das Klischee der bösen Stiefmutter zu eigen - nicht originell, dennoch unterhaltsam. Als Pflegerin der Mutter, übernimmt Rachel - nach dem Tod der Kranken - den frei gewordenen Platz in der Familie. Anna, die Tochter der Verstorbenen, wird nach ihrem Aufenthalt in der Psychiatrie unterdessen von verstörenden Visionen geplagt. Zusammen mit ihrer Schwester hegt sie einen schrecklichen Verdacht: Rachel soll das Feuer gelegt haben, in dem ihre Mutter starb. Erste Nachforschungen scheinen dies zu bestätigen. Der Fluch der zwei Schwestern beginnt - ein psychologischer Kampf, mit unheimlichen Momenten und einem gelungenen Spannungsbogen, der in einem unerwarteten Ende seinen Höhepunkt findet.
6/12 Nadine Fritsch

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+++ "Hinter Kaifeck" (Kinowelt) ist ein weiterer Grund dafür, warum der deutsche Horrorfilm einen - wenn überhaupt - schlechten Ruf hat. Fotograf Marc (Benno Fürmann) und seinen Sohn zieht es in das hinterwäldlerische Dorf Kaifeck und damit auch in einen Sog unheimlicher Traditionen, mysteriöser Visionen und bestialischer Verbrechen. Mit dem Siegel „auf Tatsachen beruhend“ und einem fiktiven Rahmen versehen, nähert sich Esther Gronenborn dem bis heute ungeklärten Sechsfachmord aus dem Jahre 1922. An gefälliger Ästhetik mangelt es dank sättigungsarmer Bilder und ansehnlicher Einstellungen nicht, Vorgänger wie The Ring dienen als offensichtliche Inspiration. Dazu gehören allerdings auch sich verrennende Collagen, die zusammen mit hölzernen Dialogen einem absurden Finale entgegensteuern und den durchaus interessanten Stoff zu einem drögen Mystery-Thriller auf TV-Niveau verkommen lassen.
5/12 Lena Glebe

+++ Mit "Dead Snow" (Splendid) liefert Tommy Wirkola einen soliden Zombiefilm, der durch viel Blut und gute Effekte besticht, ab. Jedoch scheitert das Projekt am verkrampften Humor. Eine Gruppe Studenten verbringt ein paar Tage in einer Berghütte im Schnee, nicht wissend, dass sich nach dem Zweiten Weltkrieg eine Truppe der deutschen Wehrmacht dorthin geflüchtet hatte, um ihre Schätze zu verstecken. Diese Soldaten stehen eines Nachts als Untote in ihrer Nazikluft vor der Tür. Was folgt, ist ein Splatterszenario mit viel Blut und Brutalität: Da werden Köpfe und Körper gespalten, Selbstamputationen vorgenommen, Menschen ausgeweidet. An wenigen Stellen schafft es Wirkola mit unerwarteter Komik, dem handwerklich überzeugenden „Dead Snow“ die nötige Frische zu verleihen. Doch zu oft scheitert er genau an diesem Unterfangen mit plattem Humor und lächerlichen Charakteren. Ein richtiges Novum ist hingegen die Verpackung – Filmsammler waren ja bislang auf Wendecover angewiesen, um dem ärgerlichen FSK-Logo zu entkommen, allerdings entkamen Metal-Packs dank dieses Tricks der Verunstaltung nicht. „Dead Snow“ ist clever und präsentiert den Film im Pappschuber und das Metal-Pack gibt es praktisch als Dreingabe ohne Logo. So bleibt die Stahlhülle genau so, wie sie sich der Layouter vorgestellt hatte. Praktisch!
5/12 Nadine Fritsch

+++ "Illuminati" (Sony) schickt erneut einen (sichtlich gealterten) Tom Hanks als Professor Robert Langdon ins Rennen gegen kirchliche Mysterien und einen brutalen Killer. Während der Konklave in Rom wird in einem Schweizer CERN-Labor ein Zylinder mit Antimaterie gestohlen. Da sich am Tatort das Zeichen einer ausgestorben geglaubten Geheimgesellschaft, der Illuminaten, findet, bittet der Vatikan seinen größten Kritiker, Robert Langdon, um Hilfe. Denn die vier Kardinäle sind entführt worden und die Illuminati drohen nicht nur mit deren Ermordung, sondern auch mit einem Terroranschlag in Vatikan-Stadt. Langdon bleibt wieder wenig Zeit, um das Unmögliche zu schaffen. Auch die zweite Verfilmung eines Dan Brown Romans gestaltet sich als perfide Puzzle-Jagd auf diesmal deutlich höher gelegtem Hollywood-Niveau mit mehr Tempo, der man ruhig einen verregneten Sonntag widmen darf. Tom Hanks spielt seine Rolle souverän runter, der Rest des Ensembles schlägt sich wacker. Armin Müller-Stahl als stoischer Zeremonienleiter, Ewan McGregor als undursichtiger Kirchenvorsteher, da sind wenige Überraschungen mit an Bord, das passt aber. Wobei: Freunden der literarischen Vorlage werden die Änderungen und Straffungen gegenüber der literarischen Vorlage ein allzu arger Dorn im Auge sein, sodass diese lieber erneut das Buch zur Hand nehmen werden.
6/12 Nils Klein