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The Exploited: Dortmund - Westfalenhallen (17.07.2004)

Autor: Karsten Wallmann Erschienen in: VISIONS Nr. 138
Support: THE MISFITS, THE BONES, SMOKE BLOW
Besucher: ca. 2000

Manchmal kommen sie wieder. Das ist ehernes Gesetz im Horror-Business und gilt erst recht für die Düsterpunk-Opis von den Misfits. Doch dazu später mehr. Die Monster Mastership Rocknight dürfen schließlich Smoke Blow eröffnen. Die Kieler überzeugen wie eh und je mit derbem Proll-Rock und verpassen dem Publikum eine ordentliche Dosis "German Angst". Nachdem Jack Letten und MC Straßenköter gut 40 Minuten um die Wette gebrüllt haben, dürfen The Bones ran. Der Sound der Skandinavier ist miserabel, aber Hauptsache die Pomadenfrisur hält. Während die Bühne drinnen immer mehr an eine Tattoo-Convention erinnert, sammeln sich vor der Halle Hunderte leichenhaft geschminkte Teenager mit Totenköpfen auf der Brust. Und auch das Wetter passt: Blitz, Donner und Regen. Gruselig. Schließlich erscheint Jerry Only, einziges verbliebenes Gründungsmitglied der Monster-Punks, um seine beiden Mitstreiter vorzustellen: Marky Ramone am Schlagzeug und Dez Cadena von Black Flag an der Gitarre. Die Misfits – zur Punkrock-Allstar-Combo mutiert. Mit Hits wie "Hybrid Moments" und "Attitude" wird sogleich ein imposanter Pogo-Mob entfacht. Doch leider ist Jerry Only als Sänger keineswegs in der Lage, in die Fußstapfen Glenn Danzigs zu treten. Auch die später im Set eingebauten Black Flag-Songs "Rise Above" und "Six-Pack" wirken eher aufgesetzt. Doch die Stimmung unter den Untoten ist bestens, erst recht beim Ramones-Klassiker "Blitzkrieg Bop". So darf heute jeder Musiker Songs aus seinem Schaffen einbringen und das Publikum dankt es ihnen nach 90-minütiger Geisterstunde lautstark. Äußerst brachial und rotzig beenden dann die Bastarde um Exploited-Frontmann Wattie den Abend. Mehr will man auch gar nicht wissen...