18.09.2017 | 11:18 Autor: Online Redaktion

Game der Woche: Destiny 2

Destiny 2
  • Activision / Bungie
  • PS4, Xbox One, PC
  • VÖ: 05.09.2017

Der spirituelle Nachfolger des Halo-Franchise ist zurück, und die Entwickler von Bungie haben auf ihre Fangemeinde gehört: Eine Story wie im guten Popcorn-Kino, ein stärkerer Fokus auf Multiplayer-Koop und viele kleine Verbesserungen rücken das Bild der Spielereihe wieder gerade.

Nach dem Sieg über Oryx und der Rückkehr der Eisernen Lords scheinen die Hüter der Letzten Stadt der Erde und des mysteriösen, "Reisender" genannten Maschinen-Planetoiden-Mix sich endlich eine wohlverdiente Pause gönnen zu können. Bis auf die Auseinandersetzungen mit einigen versprengten Feindesgrüppchen herrscht ein unsicherer Friede im Sonnensystem – bis mit der Rotlegion und ihrem Anführer Dominus Ghaul ein neuer Widersacher auftaucht. Eigentlich kein Problem für die kampfgestählten Hüter, doch als Ghaul den Reisenden in einem Überraschungsangriff in einen Käfig aus Energie hüllt, verlieren die Bewahrer der Letzten Stadt ihre Verbindung zum Licht, und damit ihre Fähigkeit, nach dem Tod wiederbelebt zu werden. Jetzt liegt es an einem einzelnen Hüter, einen Weg zu finden, das Licht wiederzuerlangen, das Sonnensystem vor der Zerstörung durch Ghaul und seine Elite-Kabale zu bewahren und den Reisenden von seinen Ketten zu befreien.

Zu diesem Zweck reisen Spieler auf Planeten wie Io, Nessus oder Saturn, erledigen für die verstreuten Mitglieder der Hüter-Vorhut Missionen und sammeln wie gewohnt jede Menge Erfahrungspunkte, Waffen und Ausrüstung ein. An der Kernmechanik des Spiels ruckelt Bungie auch im zweiten Teil nicht viel herum; auch Destiny 2 spielt sich wie ein flotter, actionreicher Mix aus Egoshooter und MMO. Die Stellschrauben zieht der Entwickler eher an anderen Ecken an. Die Kampagne des Shooter-MMOs beispielsweise ist zwar relativ überschaubar, dafür mit grandiosen Zwischensequenzen unterfüttert und fühlt sich an wie ein spektakuläres SciFi-Epos, das den Spieler auf eine perfekt inszenierte Heldenreise schickt. Besonders die ersten Stunden, in der die durch den Lichtraub verpufften Kräfte wiedererlangt werden müssen, sind eine willkommene Abwechslung und mit einem großartigen Score von Michael Salvatori unterlegt.

Doch selbst nach dem erfolgreichen Absolvieren der filmreifen Story gibt es in Destiny 2 noch genug zu tun. Wie auch schon im Vorgänger müssen Strikes in Dreier- und Raids in Sechserteams absolviert werden, diverse storybasierte Abenteuer und Quests warten ebenso auf den eindrucksvoll in Szene gesetzten Spielwelten. Diese sind dank eines Schnellreise-Systems deutlich angenehmer zu navigieren, und auch die Teilnahme an öffentlichen Events wird durch eine entsprechende Markierung auf der im Spiel aufrufbaren Karte erleichtert – ein großer Vorteil für Spieler, die nicht die Zeit haben, sich ihre Herausforderungen selbst zu suchen. Einen großen Schritt nach vorne macht das Spiel auch hinsichtlich der sozialen Komponente: Galten Clans im Vorgänger eher als loser Zusammenschluss von Spielern unter einem eigenen Banner und Namen, haben diese im zweiten Teil des Franchise eine weitaus wichtigere Bedeutung. Durch Aktivitäten wie die schon genannten Strikes oder Story-Missionen erlangen Spieler gesonderte Clan-Erfahrungspunkte. Haben die Mitglieder eines solchen genug davon gesammelt, schalten sie besondere Boni wie zusätzliche Belohnungen bei öffentlichen Events oder erhöhte Chancen auf Engramme mit mächtigen Gegenständen frei.

All diese subtilen Neuerungen und Verbesserungen sorgen zusammen mit dem Fokus auf die Kernkompetenz der Destiny-Serie dafür, dass Destiny 2 ein weitaus erfolgreicherer Start als dem Vorgänger vergönnt sein dürfte – und das zu recht. Denn mit seiner aufgefrischten Gameplay-Formel, seinem cineastischen Bombast und dem hervorragenden Soundtrack ist Destiny 2 ein klarer Anwärter auf das Spiel des Jahres.

Video: "Destiny 2"-Gametrailer