04.08.2011 Autor: -pmh-

Buried Inside - Spoils Of Failure

4 Jahre Wartezeit auf ein neues Werk sind für eine „kleine“ Band wie BURIED INSIDE eine halbe Ewigkeit. „Chronoclast“, der unmittelbare Vorgänger war ein (teilweise) wütender Bastard – doch, jetzt, 2009 ist es ruhiger geworden in Kanadas Bergen. Ruhiger, aber auch intensiver. Weniger Hardcore, mehr Neurosis – die Quintessenz von „Spoils of Failure“? Das wäre jetzt doch eine Spur zuu leicht … Wobei Sludge, Doom und Noise in den kommenden 55 Minuten ebenfalls eine gewichtige Rolle spielen – ebenso wie die Tatsache dass die acht unbetitelten Tracks fliessend ineinander übergehen und somit eigentlich nur als Ganzes auf den Hörer wirken können … und es auch mehr als überzeugend tun.

Buried Inside erschaffen hier schlichtweg nihilistische Klangkaskaden, eingebettet in manisch intoniertes Gebrüll welche die Abgründe der Seele beleuchtet und – ebenso wie die erdrückende Musik – nicht wirklich leichtverdaulich ist. Rollende, sphärische Momente die sich hypnotisch aufs Gemüt legen sind dabei ebenso am Start wie die ständig präsente Atmosphäre der totalen Isolation. Abhilfe in diesem Stimmungsbild der sinistren Art schaffen sparsam eingesetzte Violinenparts, stimmig eingestreute Breaks und das ständige Auf-und Ab im Dynamiktopf . Wogen die Wellen der Einsamkeit meist nur im abgebremsten Tempo durch das heimische Wohnzimmer, so gibt es u.a. auf „III“ fast schon doomige Momente die die Wirkung der Riffwände nur noch untermauern und gleichzeitig verstärken. Erstaunlich, dass die feingliedrige Gitarrenarbeit hier meist nur unterschwellig auf einen wirkt – zuerst konzentriert sich das Ohr mehr auf die hypnotisch-tribale Drumarbeit und den teilweise aus drei Kehlen enstspringenden Gesangsoverkill. Packt man den Stier bei den Hörnen so wirkt die duale Sechsseiterfraktion mitunter sogar zerbrechlich, dafür ähnlich intensiv (aber auch unterschwellig verspielter) als zB. die letzten Werke von Cult of Luna oder Burst . Melodiös, dissonant, brachial - die tranceartigen Gebilde mit Hang zur Überlänge verstören und fesseln zugleich: „V“ gefällt sich anfangs als zartes Pflänzchen mit einer einprägsamen Melodie und drückt anschliessend den Konsumenten zurück in die rauhe, unwirtliche Welt . Wo das Chaos regiert und man als Zuhörer keine Möglichkeit bekommt einzugreifen: das FivePiece weiss hier den Hebel in den richtigen Momenten umzulegen und auch Nebenbeihörer für sich zu vereinnahmen.

Buried Inside gehen im 12. Jahr ihres Bestehens weg von der mittlerweile ausgelutschten Hardcore/Metalschiene – und klingen dabei herrlich unkommerziell, unangepasst und auf eine gewisse Weise sogar frisch und originell. Das allein gebührt Respekt. Dazu bilden Sound, Songs und Artwork eine schlüssige Einheit – hier gilt allein die Maxime: CD rein, Licht aus und die katharsische Wirkung der Musik wirken lassen.

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