The Lucky Punch Yield To Temptation
Bewertung: 12/12 Artistprofil von The Lucky PunchMarkus Kerren review: Es gibt doch tatsächlich noch Bands in Deutschland, die so richtig schönen, dreckigen Rock der alten Prägung spielen. The Lucky Punch aus München sind da so ein Fall. Da wird jede Menge Wert aufs Songwriting gelegt, die Arrangements sind sauber und sinnvoll ausgearbeitet und die Sounds stimmig. Dieser Vierer hat keinerlei Ambitionen, unbedingt die Gitarren herunter zu stimmen um härter, oder so laut wie nur möglich ins Mikro zu grunzen, um gefährlicher zu klingen. Und das wirkt gleich schon mal sehr sympathisch und erfrischend. Bei "Yield To Temptation" handelt es sich bereits um das dritte Album von The Lucky Punch, die ihrem Debüt-Album "Kick Up A Hullabaloo" zunächst im Dezember 2005 "Join Our Cruise" folgen ließen, bevor nun knappe vier Jahre später also 13 brandneue Tracks präsentiert werden. Getourt bzw. als Support auf der Bühne gestanden hat die Truppe bereits mit solchen Grössen wie Motörhead, Monster Magnet, The Hives oder auch The Hellacopters. Aber kommen wir zum vorliegenden Album: Gestartet wird mit dem funky Rocker "Wake Up Knock", der direkt in die Beine geht. Klasse und akkurate Arbeit von Rough Sister am Schlagzeug und dem mächtigen Bass von Erwin Mojito. "I Know" kommt danach knackig und mit jeder Menge Hit-Potenzial aus den Boxen. Klasse Gesangslinien, unterstützt von den beiden so subtilen wie auch unaufdringlichen Gitarren (gespielt von Marco Knarco und Jacek Dworock) lassen aufhorchen. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist auch richtig gut. Überhaupt scheint diese Scheibe wie gemacht zu sein für den Sommer. Irgendwie schaffen es die vier Münchener, ihre Tracks ganz locker-leicht wirken zu lassen und ihnen dennoch Substanz zu verpassen. Dazu kommt, dass die Band (alle Stücke wurden gemeinsam geschrieben) kompositorisch stark genug ist, dass "Yield To Temptation" zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lässt. Bei "Snitch" zieht mal ein leises AC/DC-Lüftchen vorbei, das aber kaum der Rede wert ist. Und wieder einmal springt der satte Groove von Basser Erwin Mojito ins Ohr. Marco Knarco scheint gesanglich von Rock über Pop bis hin zu hohen funkigen Stimmlagen alles zu beherrschen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sein Gesang im Allgemeinen und ganz besonders seine 'ah's' und 'oh's' zwischen den Textzeilen oder bei instrumentalen Passagen nie (wie bei so manchen anderen Combos häufig zu entdecken) gezwungen oder aufgesetzt wirken, sondern vielmehr spontan und an den genau richtigen Stellen gesetzt sind. Und das ist ein weiteres Prädikat, was einen richtig guten Sänger mit Herz und Seele ausmacht. Für den Rocker "Refreshed" hatte man sich Tony Ramos an der Harp ins Studio geladen, der mit seinem Instrument ebenfalls einen starken, sehr bluesigen Eindruck macht. Einer meiner Favoriten auf "Yield To Temptation"! Aber Favoriten gibt es hier ehrlich gesagt viele! Als einziger Kritikpunkt fällt mir auf, dass man einige Nummern etwas druckvoller (nicht gleichzusetzen mit härter) hätte produzieren können. Aber vielleicht wäre ihnen dadurch diese ganz spezielle Leichtigkeit abhanden gekommen, die dem Album soviel Charme verleiht. Wie dem auch sei, "Yield To Temptation" ist ein ca. 45-minütiges Spaß-Paket, im positivsten Sinne dieses Begriffes. The Lucky Punch spielen herrlich unmodernen Rock. Eine Tatsache, die die Band aber wenig kratzt. Und das sollte es auch nicht, denn meiner bescheidenen Meinung nach ist diese Musik zeitlos. Die Tracks sind melodiös, stark komponiert und haben durchaus jede Menge Radio-Potenzial. Drücken wir dem Quartett also die Daumen, dass der ein oder andere DJ (gibt's die überhaupt noch???) auf sie aufmerksam wird. Und auf der Bühne wird sicherlich auch noch mal der ein oder andere Zahn zugelegt. The Lucky Punch sind ganz sicher kein 'Glückstreffer', da steckt jede Menge Können, Feeling und Substanz dahinter!
my revelations review: Gibt es heutzutage noch Bands, die den Rock'n'Roll im Blut haben? Die aus wenigen Zutaten wie Schweiß, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang sowie Orgel und Mundharmonika zeitlose Melodien voll Spaß und guter Laune zaubern können? Nun, nicht mehr oft, mag man sagen. Stimmt auch, solche Bands sind verdammt selten geworden. Ein seltenes Exemplar dieser Spezies stammt aus dem schönen München und nennt sich THE LUCKY PUNCH. Beim Boxen bezeichnet der "Lucky Punch" den K.O. eines der Kontrahenten nach einem einzigen, glücklichen Schlag. Glücklich natürlich für den, der stehen bleibt! Nicht ganz so heftig wie Faust in die Fresse schlagen auch THE LUCKY PUNCH zu. Und zwar so, wie das auch in den 1960er- und 70er Jahren lief. Nicht so schnell, nicht so hektisch, eher melodiös und auf Songdienlichkeit bedacht. Nach "Kick Up A Hullabaloo" (2004) und "Join Our Cruise" (2006) behalten THE LUCKY PUNCH den zuvor eingeschlagenen Weg bei und pfeifen auch im Jahre 2009 auf modernen Schnickschnack wie Drumcomputer, Loops, Keyboards etc. THE LUCKY PUNCH haben mit ihrem aktuellen Werk den Gipfel ihrer Kreativität noch nicht erreicht, aber man erkennt, dass sie auf dem Weg dahin sind. Alle Freunde handgemachten Rock'n'Rolls können hier ohne Zögern zugreifen, allerdings sollten sie bei der Musik großzügig sein- denn den einen oder andere netwas schalen Moment haben die vier Bajuwaren auf "Yield To Temptation" durchaus versteckt. Egal, wer noch Bock auf Sommer und Sonne hat, kann sich beides hiermit noch etwas länger bewahren als der Rest der Republik.
music.ch review: roz. Die Münchner The Lucky Punch haben auf ihrem dritten Album definitiv ihren Sound gefunden. Es ist oldschooliger Rock mit Funkanleihen, der von den wildesten Bands der 60er und 70er beeinflusst ist. Das Ganze kommt sehr frisch und frech daher. Die 13 Songs auf "Yield To Temptation" sind alles andere als Glückstreffer. Da steckt Arbeit dahinter, das ist handgemachter, schnörkelloser Rock'n'Roll, der in die Beine geht. Die Songs sind pfiffig komponiert und preschen mit viel Energie los. Der schweisstreibende Sound gönnt Tanzwilligen kaum eine Pause. Die ansteckenden Gute-Laune-Melodien zaubern jedem Hörer ein zufriedenes Grinsen ins Gesicht. The Lucky Punch schlagen zu. Und wie.
obliveon review: Es ist schon erstaunlich wie stark die Sounds der 60er/70er Jahre wieder in Mode gekommen sind in der Rockszene. Immer mehr junge Bands entdecken die alten Meisterwerke von Künstlern wie „Led Zeppelin“, „Deep Purple“, „Jimi Hendrix“ oder auch „The Doors“ und verarbeiten diese Einflüsse in ihrer Musik. So kam es, dass in den letzten Jahren Bands wie „Wolfmother“, „Black Stone Cherry“, „The Answer“ oder auch „The Parlor Mob“ mit ihren teilweise wirklich sehr guten Alben auf sich aufmerksam machen konnten und so einen Gegenpol zu den immer steriler klingenden Alben der heutigen Zeit setzten konnten. Auch The Lucky Punch aus München gehören zu den Bands die sich von den Anfangstagen des Rocks sehr stark beeinflussen ließen und nun mit „Yield To Temptation“ ihr drittes Album vorlegen. Im Gegensatz zu den vorher genannten Bands, die ja doch eher von den härter klingenden Bands der damaligen Zeit beeinflusst wurden, setzt man aber eher auf die ruhigeren Elemente des Rocks und verzichtet weitestgehend auf härtere Riffs und Passagen. Bei The Lucky Punch stehen deutlich mehr Eingängigkeit und Melodie im Vordergrund. So setzt man auf eine Mischung die sowohl aus klassischen Rockelementen besteht, aber ihre Wurzeln aber durchaus auch im Blues oder auch Southern Rock hat. So kann man teilweise gerade bei einigen Gitarrenleads doch auch Bands wie die „Allmann Brothers Band“ oder auch „Lynyrd Skynyrd“ heraushören. Dabei gelingt es den Münchnern ihr Album recht abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Auch wenn nicht jeder Song ein Volltreffer ist, so besitzen Songs wie das sehr eingängige „My Stereo“, das sehr rockige und starke „Snitch“ , das mit Mundharmonika veredelte „Refreshed“ oder das sehr Southern Rock beeinflusste „On The Damn Train Again“ doch einen gewissen Charme und auch einen gewissen Widererkennungswert und wissen durchaus zu gefallen, was nicht zuletzt an der guten musikalischen Umsetzung liegt. Zwar fehlen bei ein paar Songs so ein wenig die Ecken und Kanten die Musik manchmal braucht, und manche Lieder klingen vielleicht etwas zu glatt. Aber im Ganzen ist „Yield To Temptation“ doch ein sehr interessantes Album geworden. Vielleicht nicht unbedingt was für die Fans des härteren Rock, aber wer auf guten hausgemachten Rock steht, der macht hier nicht viel falsch.




