15.05.2011 Autor: LionInAComa

Fleet Foxes - Helplessness Blues

Mit ihrem ersten Album lösten die Fleet Foxes eine neue Folk-Welle aus. Mit ihnen selbst an der Spitze wälzte sich die Folk-Flut mit Bands wie Mumford & Sons, The Low Anthem und Grizzly Bear nach vorne. Während Mumford & Sons die Führung übernahmen und auf jeder Hipster-Party gespielt wurden, zogen die Fleet Foxes zurück. Robin Pecknold tourte mit Joanne Newsom, einer weiteren Folk-Ikone, und schrieb nebenbei neue Musik. Nachdem er in großen Tönen davon gesprochen hatte, die Fleet Foxes könnten jedes Jahr ein Album herausbringen, dauerte es dann doch zwei Jahre. Man könnte ihm vorwerfen, pingelig oder perfektionistisch zu sein. Aber das hat sich gelohnt. Schon wieder überschlagen sich die Kritiker mit Lobeshymnen auf die Jungs aus Seattle. Doch sie haben Recht. Helplessness Blues ist deutlich komplexer als ihr selbstbetiteltes Debüt. Auch lyrisch geht es diesmal um Pecknold selbst und nicht um Dinge, die ihm "eigentlich nichts bedeuten". Ehrlichkeit ist für die Füchse das Grundprinzip des Songwritings. Während "Fleet Foxes" kurze, eingängige Folksongs mit tollen Melodien enthielt, wirkt "Helplessness Blues" klüger. Die beiden Doppelsongs von sechs ("The Plains/Bitter Dancer" bzw. acht Minuten (The Shrine/An Argument) und instrumentale Passagen oder Lieder wie "The Cascades" wirken deutlich intensiver als z.B. "Heard Them Stirring" aus "Fleet Foxes". Die Produktion ist wunderbar. Der Fleetfoxige Hall wirkt niemals künstlich oder unpassend, nein - er passt sich an und erzeugt eine Stimmung. "Helplessness Blues" ist wärmer als es "Fleet Foxes" war. Die Stimmung ist nicht mehr geheimnisvoll düster und doch anziehend, sondern gänzlich warm mit einer Spur Melancholie. Die Fleet Foxes bleiben ihrem Stil treu - während das normalerweise das Todesurteil für eine Band ist, ist es bei den Fleet Foxes anders. Folk ist eine Musikrichtung, die weniger Spielraum zulässt, als andere Richtungen. Dementsprechend sind auch auf diesem Album meisterhafte Songs, die mit der herzzerreißenden Stimme von Robin Pecknold und den choralen Gesängen der restlichen Fleet Foxes ihre Wirkung nicht verfehlen. Die Fleet Foxes beweisen, dass sie es können: Ein Album voll von ehrlicher Musik, Kritkermusik, Folkmusik und schöner Musik. Ich bin sicher, das ich gerade ein Album des Jahres höre.

Dennoch braucht es manchmal weniger Experimente, als einfach nur Musik die schön ist, unfassbar schön.

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