29.04.2011 Autor: CatchTwentyTwo

TJ, Richter und Shox - Buutzpenner

TJ, Richter und Shox - Buutzpenner Bewertung: 2/12

TJ, Richter und Shox - Buutzpenner

Beat & Production Fangen wir unserer Rezension mit dem positiven Bestandteil an. Die Stimmen sind verständlich (laut genug), die Produktion ok und der Beat kann sich auf jeden Fall pumpen lassen. [Anmerkung: Dies liegt vermutlich daran, dass er bei einem Ami geklaut wurde, dies ist nicht die einzige Parallele zu Pfandflaschenhustler.] Das mitgelieferte Video zur Singleauskopplung ist eine geradezu groteske Zumutung. Ein Telefonat in einem Rapvideo darzustellen macht nur dann Sinn, wenn es textlich aufgegriffen wird und ein Songkonzept in diese Richtung erdacht worden ist. Und wenn diese 3 Figuren in meiner Nachbarschaft so abhängen würden, würde ich meine Kinder lieber woanders großziehen wollen. Wir kommen nun zum Songkonzept.

Songkonzept -

Rap & Punchlines Richters Einstieg ist der glanzlose Höhepunkt in den 48 Bars dieser Rap-Combo. Der Vergleich der Ersatzbank eines Fußballteams mit einem Geldinsitut ist das lyrische Maximum, das dem Hörer das höchste Abstraktionsvermögen abverlangt. Einen Teekesselrhyme und einige Stimme-aus-dem-Hals-nach-Royan-Art-Lines später ist der am wenigsten grässliche Part dieses "Songs" überstanden, es folgt TJ. Der Nachwuchskünstler, den der "Arsch und sein Eimer" aus dem scheinbar unerschöpflichen Fundus junger Rapper aus der BKN-Possy ausgegraben haben, überzeugt durch das Posieren mit 2 Schnapsflaschen, für die er etwas zu jung zu sein scheint. Sein lyrischer und raptechnischer Horizont gehen nicht über einsilbige, naheliegende und einfach schlechte Reime und das Aussparen unwichtiger Artikel und Präpositionen hinaus. (´Mal abgesehen von einem "is´ gelaufen wie Fußgänger"-Vergleich, den ich irgendwo schonmal gehört habe...) Shox rundet den dynamischen Antiklimax ab, da seine leicht gequält klingende Lispelstimme, seine doppelreime und seine technisch begrenzten Möglichkeit für einen eben typischen Shoxpart sorgen. Will man dem etwas Positives abgewinnen, so ist es sicher der Wiedererkennungswert.

Fazit: Bei einem Comeback von dieser Tragweite und Bedeutung für die HipHop-Szene muss es der geneigte Zuhörer geradezu beschämend finden, dass diese Untergrundstars nicht mit mehr um die Ecke kommen als mit 3 Sechzehnern, belanglosen Ansagen, animalischen (sowie femininen) Grunzlauten im Outro und einem Video, das offensichtlich mit einer Handycam aufgezeichnet wurde.

Plattenkritik schreiben