08.08.2002 Autor: SANE

Hot Water Music CAUTION<b>

Vor dem neuen HWM-Release muss nicht gewarnt werden....

Auf ihrem insgesamt sechsten regulären Album und zweiten für Brett Gurewitz‘ Punkrock-Giganten „Epitaph“ wird weiterhin der Status Quo als Institution in Sachen rockende Emotionalität unterstrichen.
Die mit „A flight and a crash“ eingeschlagene Richtung wird mit den 12 Songs von “Caution“ beibehalten und weiter ausgebaut. Die Songs sind größtenteils kurz und knackig, kommen ohne Umschweife und direkter auf den Punkt. Im Gegensatz zu früheren Produktionen erscheint der Zugang leichter. Die Entwicklung der Viererbande aus Gainesville, Florida zeigt deutlich eine Tendenz in Richtung Eingängigkeit, allerdings ohne beliebig zu werden. Allein schon der weiterhin zum Markenzeichen gewordene rauhkelige Doppelgesang verbietet in diesem Zusammenhang, ein Begriff wie Poppigkeit in den Mund zu nehmen.
Veränderungen zum Vorgänger sind marginal. Ungewöhnlich im HWM-Kosmos erscheint lediglich der eingestreunte Gitarrensound bei „It’s all related“, der entfernt an z.B. Rage Against The Machine erinnert. Ansonsten gibt es die gewohnten „Sweet disasters“.
Einziger, völlig subjektiver Kritikpunkt : Eine weitere Gänsehautballade im Stil von „She takes it so well“ ist leider nicht zu finden. Dass die Band mittlerweile ja auch leisere Töne souverän meistern kann, hatte das Cover des bittersüßen Alkaline Trio – Hits „Radio“ auf dem gemeinsamen Split-Album doch bewiesen.
Wer also nach dem Vorgängeralbum und den damit verbundenen „Ausverkauf“-Rufen einiger verblendeter Szene-Gralshüter eine Rückbesinnung und somit die Rauhheit (auch in der Produktion) und die verschrobenere Songführung alter Tage erwartet hat, wird enttäuscht werden. Der Rest darf sich an einem weiteren guten Stück Musik Marke Hot Water Music erfreuen.
Wo ist der „War gut, ist gut, bleibt gut“ – Orden ? Ach, den habt ihr ja schon......

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