Hutpferdemänner - Vollmondfieber
Seit ich das Album 1997, der leider nicht mehr existierenden Band, zum ersten Mal gehört habe, bin ich ebenfalls vom Vollmondfieber erfasst. Jedes der 11 einzelnen Stücke ist wundervoll aufgebaut und dazu kommt, dass fast kein Song dem anderen gleicht. Das melancholische Gleichgewicht erstreckt sich vom ersten bis zum letzten Akkord der Platte. Für den selbsternannten Punk-Sound fehlt es hier und dort an Durchschlagkraft oder durch den romantischen Background sei der Begriff nicht bestens gewählt. Die einzelnen Tracks sind allesamt sehr poppig, was alleine durch die besonders fähige und charismatische Stimme des Sängers gegeben ist. Von wimmernder Melancholie hin zu beissender Wut wechselnd, erreicht einen immer wieder das Bedürfnis dem armen Schwein aus seiner Situation zu helfen. Für dunkle Abende allein und um sich fallen zu lassen ein sehr emotionsstarkes Album. Allen vorran die Suizid-Scheibe "Ausgerannt & Allein", denn jeder hat wohl eine derartige Situation einmal selbst erleben müssen und versteht die Gefühlslage, die zwischen Selbstaufgabe und blankem Hass pendelt. Veränderungen zur ersten Platte der Band kann ich leider nicht fesstellen, denn diese ist mir nicht bekannt. 10 Punkte für Abwechslungsreichtum, Vocals und Texten, die einem unter die Haut fahren.
Bewertung: 10/12 



