13.03.2001 Autor: CHECKAT

Cradle Of Filth - Midian

Hmm, was treiben denn die alten Cradle so um den Jahrtausendwechsel? Nach dem kontroversen 98er Opus "Cruelty And The Beast", diversen Stellungswechseln (Ex-Bassist Nicholas werkelt z.B inzwischen beim Rivalen Dimmu Borgir), sowie dem eher mäßigen Appetithäppchen "From The Cradle To Enslave" machten langsam die ersten Auflösungsgerüchte die Runde. Doch weit gefehlt - die gepflegte Keiferei geht in die fünfte Runde und zwar auf allerschönste Art und Weise. Allen vergällten Fans sei von vornherein gesagt, dass sich "Midian" nur in Spuren an der "Cruelty..." orientiert. Der blecherne Drum-Sound, sowie die peinlichen Reim dich oder ich fress dich Songtextereien haben ein Ende - das hier ist Black Metal vom Feinsten. Sogar Vergleiche mit dem Meisterwerk "Dusk And Her Embrace" wirken nicht fehl am Platze.
Frontmann Dani brüllt, kreischt, keift, grummelt und gurgelt, dass es eine Wonne ist und Neu-Drummer Adrian Erlandsson macht einem guten Gewitter Konkurrenz.
Was fehlt noch weiter zu einem Spitzen-Album? Die Sample-Arbeit ist vom Feinsten. Die Arrangements wirken weder fehl am Platze, noch klingen sie nach Amiga 500 - was in der Szene nicht unbedingt alltäglich ist. Gitarren heulen, Celli brummen - alles wunderbar.
Einziger Kritikpunkt ist die Postitionierung des "Satanic Mantra" in der Trackliste, welche die Struktur des Albums etwas stört - absoluter Anspieltipp ist "Lord Abortion".
Definitiv die Black Metal-Platte 2000 - da ist man auf das nächste Werk Dimmu Borgirs gespannt.

Plattenkritik schreiben