The Busters: Halle-Turm - (22.03.2001)
Es war mal wieder soweit... Nach einer langen Winterpause traute ich mir zu, meinen Bau zu verlassen und einen Live-Event mitzunehmen. Und dabei kann ich mir nicht mal Eigeninitiative unterstellen, denn ich folgte der wagen Mundpropaganda von "M. aus H. an der S.". The Busters sollten im studentischen Turm der Saalestadt aufspielen. "Sollten" ist dabei wohl auch vorerst die treffende Vokabel, denn bis zum D-Day selbst stand der Gig, vor allem was die Lokalität betrifft, sehr im Banne des bewölkten Sternenhimmel, da bis zum besagten Termin 2/3 des Turmes wegen in den letzten 10 Jahren nicht bemerkter Sicherheitsmängel durch Zuruf eines Nicht-Turmbesuchers gesperrt waren. Dementsprechend "besucht" war die dann doch in den wieder frei gegeben Räumen stattfindende Veranstaltung. Hinzu kam, daß sich meine Berührungspunkte mit SKA auf vorsintflutliche Erfahrungen mit einer Combo namens Madness beschränkten. Naja, erwarte das Unerwartete...<br />Und so war es denne auch. Licht aus, Spot an und es betraten 12 mehr oder minder in Zwirn gekleidete Herren die dafür gerade mal ganz knapp ausreichende Bühne. Und da kam mir das erste Deja vu. Das "markante" Gesicht des Sängers kam mir irgendwie bekannt vor in Assoziation mit Farin Urlaub. Die Erwartungen stiegen, auch in anbetracht dazu, daß sich die Instrumentation nicht auf das Übliche Gitarre, Baß, Schlagzeug minimieren ließ. 12 Männeken müssen ja auch irgendwie beschäftigt werden. "No risk no fun" hieß der Opener, welcher so ziemlich das ausdrückt, was sich in den kommenden 2 Stunden in mir abspielte. Denn sofort kippte die Stimmung des gerade mal ca. 100 Leutchen zählenden Publikums von einfach nur dastehen in mitrocken, äh mit-ska-en wäre wohl angebrachter. Mein erstes Konzert drei Meter vor der Bühne ohne lästiges (wenn auch notwendiges) Ordnerpersonal. Und es ging ab, der Schweiß lief in kleinen Sturzbächen aus den sich öffnenden Poren der Anwesenden und verwandelte das leicht unterkühlte Obergeschoß in ein wohltemperiertes "Party-Wohnzimmer". Jeder Song heizte die Stimmung weiter an. Ein seltsames Gute-Laune-Feeling schien alle Anwesenden fest im Griff zu haben. Und der zwischenzeitlich aufgetretene Stromausfall wurde von den Jungs ziemlich easy unplugged im dunkeln überbrückt. Der Stimmung begegneten die Heidelberger mit zwei fast freiwilligen Zugaben und in der After-Hour konnte jeder wie erwollte sich mit nem Bierchen oder sonstwas noch dem kurzweiligen Plausch mit den gerade von der Bühne verschwundenen, jetzt in Alltagskleidung an der Bar stehenden Busters hingeben.<br />Und die Moral von der Geschicht... Ich bin um eine Erfahrung und Musikrichtung reicher und trotz des andauernden miesen winterlichen Wetters ist in mir der Frühling ausgebrochen und es wird Zeit, daß die Freiluft-Festival-Saison anbricht. Ich bin jetzt hungrig auf mehr, die ersten Termine sind fest (South-Side, ich werde berichten). Und wenn es doch noch mal eng werden sollte mit Wetter und Stimmung, dreh ich die Heizung voll auf und lege eine Busters-CD ein...<br />Bis denne, MatzePankalle Konzertkritiken aus der CommunityKonzertkritik schreiben



