25.07.2012 Autor: Olsen 0

Rancid: Köln - E-Werk (24.07.2012)

Rancid & GBH & Rat City Riot
E-Werk Köln, 24.07.12

In beliebter Tradition das Fazit zuerst: Ja, war schon recht gut, aber trotzdem leicht enttäuschend.

Eigentlich wollte ich schreiben, dass das mein erstes Punkkonzert war, aber in meinem Gedächtnis hab ich doch noch ein paar in den 90ern auftreiben können. Aber zumindest für diese Größenordnung stimmt's. Das E-Werk war ausverkauft, dementsprechend sehr voll und es war sehr, sehr heiß. Dennoch überwiegend entspannte, freundliche Leute im Publikum, ich hatte mir das schlimmer vorgestellt. Ein paar Vollspackos, die sich immer von vorne nach hinten durchgerammt haben, waren leider auch dabei. Und einiges zu sehen gab's, zum Beispiel eine Dame nur in BH und Slip mit einer kompletten Rückentättowierung, von den Schultern bis unten zu den Fersen. Und ein paar lustige Punkkinder vom Bahnhof. Bunt gemisch also.

Die erste Vorband Rat City Riot spielt überraschenderweise Punkrock. Da sie recht melodisch unterwegs sind, kamen sie auch ganz gut bei den Leuten an, muss ich mir mal ein paar Sachen von anhören.

Die zweite Vorband GBH ist seit 1978 dabei, also quasi aus der ersten Welle. Ich hatte noch nie von denen gehört, aber ich kenn mich in diesem Genre auch nicht sonderlich gut aus. Jedenfalls habe ich noch nie bei einem Konzert ein solches Desinteresse der Zuschauer erlebt. Lars Frederiksen von Rancid sah sich genötigt, zwischendurch auf die Bühne zu kommen und "fucking GBH!" ins Mikro zu schreien. Hat aber nix geändert, es haben weiterhin etwa vier Leute im Raum geklatscht. Mein Fall waren die aber auch nicht so, eher wenig melodisch, dafür immer stumpf auf die Zwölf. Haben mir trotzdem etwas leid getan, zumal der Sänger mit lusigen Ansagen wie "we're from Birmingham but we got diplomatic immunity" punkten konnte.

Dann endlich Rancid. Lag es an der hohen Erwartungshaltung (vor allem hier im Forum von einer gewissen Dame angefacht)? Oder daran, dass ich vor ein paar Tagen Amplifier mit einem der besten Konzerte meines Lebens gesehen habe? Jedenfalls fand ich Rancid nur ganz gut. Man kann denen keinen Vorwurf machen, die haben gut gespielt und die Energie, die von der Bühne kam, stimmte auch. Leider war aber der Sound ziemlich bescheiden, dafür sehr laut. Keine gute Kombination. Songmäßig kannte ich glücklicherweise etwa zwei Drittel, die hab ich dann auch sofort erkannt. Aber bei den unbekannten Stücken hatte ich schon teilweise Probleme, zu erkennen, was die da gerade spielen. Die Menge fand's aber geil, dürfte mit die beste Stimmung auf einem Konzert gewesen sein. Lustig war für mich, den Stimmen mal Gesichter zuordnen zu können. Wenn man Tim Armstrong so sieht, glaubt man nicht, dass aus diesem Typen so ein dünnes, gebrochenes Stimmchen rauskommt, hahaha. Dennoch, obwohl leicht enttäuscht, bin ich doch froh, die Band mal live gesehen zu haben. Hätte mir sogar fast ein T-Shirt gekauft (was ich schon ewig nicht mehr mache), hatte aber nicht mehr genug Patte in der Tasche. Die Preise waren sehr fair, zwanzig Euro für schön bedruckte Shirts, da kann man nicht meckern.

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