New Model Army: Köln - Palladium (17.12.2011)
New Model Army & Scanners17.12.11., Palladium, Köln
New Model Army sind eine Band, bei der es nur zwei verschiedene Möglichkeiten gibt, wie ein Konzert ausfällt: entweder großartig oder solide. Ich hab die Band jetzt mindestens sieben Mal live gesehen (falls ich nicht irgendeins vergessen habe), und bisher war es immer so. Schlecht gibt es glücklicherweise nicht. Dieses Mal war der Auftritt leider nur solide. Trotzdem ist es immer wieder eine schöne Tradition, kurz vor Weinachten zu den jeweiligen Kölner Konzerten zu gehen, es hat sowas Familiäres.
Doch der Reihe nach. Als wir ins Palladium kamen, hatte die erste Vorband Face Tomorrow schon gespielt, die zweite namens Scanners gerade angefangen. Und über die muss ich sagen: Geile Band! Warum kennt die kein Schwein? Haben schon zwei Alben draußen, eine tolle Sängerin am Mikro und einen Sound irgendwo zwischen Indiepop und Rock. Müsste eigentlich auch den Leuten gefallen, die Florence + The Machine mögen. (Deren Konzert im März zu schnell ausverkauft war, als dass ich noch Karten hätte bekommen können, was mich in nicht geringem Maße sauer macht!) Scanners muss ich jedenfalls im Auge behalten und demnächst mal das Album ordern. Kleine Kostprobe:
http://www.youtube.com/watch?v=xO2H-XCVEEE
Dann, nach langer Umbaupause, New Model Army. Der Einstieg hätte mit Whirlwind nicht besser sein können, danach kamen aber leider direkt zwei Songs, die ich nicht sonderlich mag: The Long Goodbye und vor allem High. Ich versteh nicht, warum sie die immer so gerne spielen. Und dann war bei mir irgendwie die Luft raus. Oder sagen wir lieber: Der Funke wollte nicht so recht überspringen. Aber Lieblingsbands wären nicht Lieblingsbands, wenn zwischendurch nicht trotzdem was für einen dabei wäre. Auf der positiven Seite: Justin Sullivan hielt deutlich weniger predigende Ansprachen als in der Vergangenheit, und die Band verzichtete größtenteils auf ihre "atmopshärischen Leerstellen", wie ich das immer nenne - also Teile, die in die Länge gezogen werden, atmosphärisch dicht, aber auch langweilig sind. Und das machen die sehr gerne sonst. Technisch sind die ja perfekt aufeinander eingespielt, das sitzt alles blind.
In der zweiten Hälfte wurde das Konzert deutlich besser, was die Songauswahl angeht. Aber man kann es auch nicht jedem recht machen, und ich bin auch schon in den Genuss von NMA-Konzerten gekommen, die ich perfekt vom ersten bis zum letzten Ton fand. Also will ich mich nicht großartig beklagen. Perfekt war dieses Mal schon nicht möglich, weil der Sound nach einigen Songs lauter und deutlich schlechter wurde. Warum dieses Aufdrehen immer sein muss, frage ich mich umso mehr, seit ich bei Opeth gesehen und gehört habe, dass es auch anders geht. Fazit: Nicht toll, nicht schlecht, irgendwo dazwischen. Nächstes Mal muss es aber wieder geil werden, hoffentlich mit neuem Album im Gepäck.
P.S. Sehr amüsant war Sullivans Kommentar "we're from England which has been drifting further away into the Atlantic ocean this week", eine nette Anspielung an Spatenmeister Camerons Verhalten letzte Woche.
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