Crippled Black Phoenix: Berlin - Festsaal Kreuzberg (08.05.2011)
Eine meiner absoluten Faves seit geraumer Zeit im Bereich Prog meets Postrock besuchten Berlin. Da hiess es ab wie hin,vor allem bei einem beschämenden Eintrittspreis noch von unter 15 Euro. Zuerst dürfte man dem akustisch wie optisch irritierenden,aber sehr unterhaltsamen Spektakel der Master Musicians of Bukkake lauschen,eine Supergroup,bestehend aus Mitgliedern Sunn O)))´s,Burning Witch u.ä.Verkleidet in Arabischen Gewändern und versteckt hinter Sunglasses zelebrierte man eine musikalische Messe aus einem Rest von Krautrock meets Psychedelic,Ambient und Spaciger Improvisation.Die Bühne war rituell geschmückt,alles schön freaky angehaucht,musikalisch aber unterhaltsam und sehr versiert.Man merkte hier sofort das Profis am Werk sind. Mit einer 1 Stunde Spielzeit verkam das ganze somit nicht zur reinen Vorturnerangelegenheit. Tipp für Psychedelic-Fans.
Nach einer überschaubaren Umbauphase kam der Headliner,zu 8 auf einer nicht wirklich grossen Bühne,alle Achtung! Von Anfang nahm der schon von Platte einnehmende Sound gefangen,grossartiges Gitarrenspiel beider Gitarristen,aber vor allem das melancholisch kraftvolle Spiel von Leader Justin Greaves lullte ein und liess innerlich treiben.
Sind CBP auf Platte schon ein Genuss zwischen leise fragil und kraftvoll rockig,so muss man sagen,killt das Ganze live um ein vielfaches mehr.Schafft man es,sich von Song zu Song immer mehr in einen Rausch zu spielen,an Intensität das Publikum vollends zu begeistern.Alles noch wesentlich druckvoller,mit 2 Gitarristen die zwischen Postrockig episch und sololastig ausufernd zu rocken verstehen,den sehr raumfüllenden Einsatz von Piano und Electronica,Violine und den sehr banddienlichen Bass und Drumspiel. Ab einen gewissen Punkt heisst es nur noch Augen schliessen,treiben lassen...jeden dieser kleinen Songklassiker in sich wirken lassen. Wunderschön auch der Coversong "of a lifetime",performt von Pianisten Daisy Chapman und perfekt ergänzt mit intensivem Gitarrensolo vom anderen Gitarristen Karl Demata. Nur Gänsehaut und Publikumsbegeisterung inklusive.
Zum Ende hin wird der Bandklassiker "burnt reynolds" wieder frenetisch im Mittelpart vom Publikum mitggeträllert,Gänsehaut pur. Auch wenn der Sänger nicht wirklich mit einer aussergewöhnlichen Stimme gesegnet ist,machen hier Leidenschaft,Emotion und musikalische Versiertheit klar,das man es mit einer der hoffentlich noch in Zukunft bekannter werdenen Band zu tun hat,die so unglaublich viele Stile wie 70´s Rock,Postrock,Alternative weite Countryanklänge und viel Rock zu einem sehr spezifischen Bandsound geformt hat,der uns hoffentlich noch einige grosse Momente auf Platte und live bescheren wird!
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