Martin Harley Band: Frankfurt am Main - Orange Peel (07.04.2011)
Die Welt des Martin HarleyEs ist Musikmesse-Zeit in Frankfurt. Woran man das merkt? An den vielen kleinen Konzerten, die in meist noch viel kleineren Clubs rund um das Messegelände von den besten Musiker-Geheimtipps der Welt gegeben werden.
Solch einer ist Martin Harley mit seiner Band. In Deutschland weiß dies kaum jemand. Deshalb findet man auch Kanadier, Engländer, Amerikaner und viele Nationalitäten im Publikum des Orange Peel, doch kaum eine deutsche Stimme. Was nicht zuletzt auch die Band ziemlich amüsiert. Denn die steht mitten drin, bis kurz vor, nach und manchmal auch während mit Gig.
Doch wer ist Martin Harley und was macht ihn so besonders?
1975 wird er in Cardiff geboren. Sein Sound wurzelt aber in den Klängen der ursprünglichen Delta- Blues-Musiker. Doch auch fröhlich augenzwinkernde Country, Bluegrass, Folk und Weltmusik-Einflüsse fließen in sein Songwriting. All dies aber nicht angestaubt und schon hundertmal gehört, sondern kreativ vermengt ins 21te Jahrhundert gezogen. Er selbst greift dafür zu solchen Instrumenten-Exoten wie der Weissenborn-Slidegitarre, deren donnernder Sound einem bei so manchem Bluesstück eine Ganzkörpergänsehaut beschert - und lässt sich dabei kongenial von Pete am Cocktail-Drum und Balalaika sowie Jack am Kontrabass begleiten.
Zu abstrakt? Dann höre und sehe man es sich schlicht an: (einfach clicken)
Love in the Afternoon,
Blues at my Window,
Chocolate Jesus,
Winter Coat
Seine Songtexte drehen sich um die endlose Straße, einem Leben unterwegs, abgetragenen Schuhen, unwichtigem Geld, vom Suchen, Finden und Verlieren der Liebe. Dabei ist er so ungeschnörkelt, leidenschaftlich und authentisch wie seine Musik. Wie kann man die Begeisterung, die dieser Mann hat, vermittelt und auslöst am besten illustrieren? Vielleicht mit folgender Aufzählung:
2003 nahm er sein Debutalbum zu Hause auf dem Sofa auf, mit einem Etat von 200 Pfund. Es erhielt in der Fachpresse begeisterte Kritiken.
2005 stieg er mit Musikerfreunden auf den Kala Putthar, nahe dem Mt. Everest, spielte dort ein Benefiz-Konzert für Kinder und steht damit im Guiness Buch der Weltrekorde für den "Highest Gig in Rock History".
2007 setzte er sich mit seiner Gitarre auf sein Moped und fuhr 6 Wochen durch Mali, Guinea und den Senegal, auf der Suche nach den Wurzeln des afrikanischen Blues. Beeindruckende Treffen mit einheimischen Musikern sind auf Youtube zu bewundern. (hier clicken)
2010 ging er auf seine "Blues Gone Green Tour", spielte 27 Gigs in ganz England in 31 Tagen und legte die Distanz von 1.200 Meilen mit dem Fahrrad! zurück - samt allem Equipment.
Wer sich eine kurze Doku ansehen will, hier clicken.
Wer diese Band einmal erlebt hat weiß, was es heißt, sein Leben kompromisslos der Musik zu widmen. Ohne große Show, Rockstarkrams und Millionen auf der Bank. Immer auf der Suche nach Menschen, Geschichten und dem ungeschriebenen Song. Und wer sie noch nicht erlebt hat, der ändere das!! Damit Jack sie dann auch begrüßen kann mit den Worten: "Hey, I recognize you from last Year!"
Im Song Carnival Girl beschreibt es Harley selbst am Schönsten:
There’s not a pretty penny in my old blue jeans
I never seem to say quite what I mean
Well I drink too much and I think too much
And I know it sounds absurd but I wouldn’t change for the world
I wouldn’t change for the world
Fotos
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