Rooney: Frankfurt am Main - Batschkapp (14.10.2010)
Frankfurt, 21 Uhr, Batschkapp. Der Raum ist ganz angenehm voll, nicht überfüllt. In der ersten Reihe stehen eine ganze Menge junger Mädchen, die dazu gehörigen Eltern halten sich am hinteren Ende der Halle auf. Allein dies macht schon skeptisch, entspricht aber auch irgendwie dem, was ich erwartet habe.Als Vorband kommen "Scanners" auf die Bühne. Grundsätzlich nicht schlecht, jedoch klingt das Schlagzeug bei jedem Lied gleich. Und die Gitarristin wirkt irgendwie sehr unruhig und macht es einem schwer sich auf die Musik zu konzentrieren. Die Sängerin hielt es für sinnvoll ca. 5 Mal zu betonen, dass sie eine Woche später im Sinkkasten in Frankfurt spielen würden und auch länger als 30 Minuten. Der Auftritt war nicht schlecht, aber irgendwie war der Nerv-Faktor doch recht hoch.
Um 22.10 Uhr kamen dann "Rooney" auf die Bühne. Auch ihr Auftritt war grundsätzlich gut.
Der Sänger war während der ersten Lieder definitiv zu affektiert. Man merkte ihm an, dass er auch Schauspieler ist und mit Gitarre und Mikro schon die ein oder andere Stunde vor einem Spiegel verbracht hat. Nach einer Weile wurde es jedoch authentischer. Es wurden auch kleinere Pannen, wie ein runtergerutschtes Mikro oder verlorene Drumsticks souverän gelöst und mit Humor getragen.
Der Gitarrist war vom musikalischen her sehr gut, ansonsten wirkte er teilweise etwas gelangweilt, was aber wohl zu seinem Image zu gehören scheint.
Der Bassist sowie der Keyboarder sind nicht wirklich aufgefallen, haben sich aber auch keine größeren Schnitzer geleistet.
Der Schlagzeuger überzeugte während des gesamten Konzertes leider mehr durch sein gutes Aussehen, als durch sein Können am Schlagzeug und seine gute Simme. Umso erstaunlicher war es dann, als Rooney für eine Zugabe den Sänger mit dem Schlagzeuger tauschten- wobei sich herausstellte, dass der Sänger der bessere Schlagzeuger war und der Schlagzeuger auf einmal wirklich richtig gut singen konnte. Er hatte auch eine sonst eine sehr gute Präsenz als Leadsänger. Bei diesem Song war endlich mal ordentlich Druck dahinter, was vielleicht auch daran lag, dass der Keyboarder mit zur Gitarre gegriffen hat.
Während des Konzerts selbst war mir der Sound ein wenig zu weichgespült, wenn auch sehr laut.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Rooney eine gute Mischung aus alten und neuen Songs hinbekommen haben. Auch war die Show sehr gut, manchmal ein wenig zu klamaukig. Das Publikum war wider erwartend altersmässig recht gemischt und hat sich ganz gut mitreissen lassen.
Man hatte nur leider ständig das Gefühl in einer US- Collegeserie anwesend zu sein, weswegen diese Konzert nicht in meine Top 10 Liste aufgenommen werden wird.
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