Dúné: Dortmund - FZW (16.02.2010)
Kleine Konzerthallen sind wie Schallplatten: intimer, physischer, aber vor allen Dingen – wärmer. Warm sollte es auch bei dem Auftritt von Dúné werden, denn die kleine Halle des FZWs in Dortmund war am Ende des Abends ausverkauft. Gerüchten zufolge gab es an der Abendkasse noch ganze acht Tickets zu erwerben – das spricht für die sieben Jungspunde aus Dänemark. Dementsprechend reihten sich schon gut eine Stunde vor Einlass die ersten Konzertbesucher vor den Toren des neuen Erlebniskomplexes in der Dortmunder Innenstadt auf, um sich einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Die Folge: Doppeleffekt!, die kurzfristig als Support für die durch eine Sehnenscheibenentzündug aus dem Rennen geworfenen Fertig, Los! konnten aus dem Vollen schöpfen. Pünktlich um 20:00 Uhr betraten die Vier die Bühne, legten los und zeigten mal eben, dass viel zu wenig Aufmerksamkeit für ungesignte Bands entgegengebracht wird. Auch wenn der Raum erst zur Hälfte gefüllt war, schien der Funke direkt überzuspringen, denn ihr gitarrenlastiger Rockpop wurde vor der Bühnenkante nur so aufgesogen, sodass man en Eindruck bekam, die 1.-Reihe-Groupies seien primär für Doppeleffekt! gekommen. Sowieso Einige Male preiste Sänger und Gitarrist Jan die (zufälligerweise in Dänemark aufgenommene) CD „Game Over / Neustart“ an, die es nach dem Konzert für einen Fünfer zu erwerben gab, bevor die Band aus dem nördlichen Ruhrgebiet wieder musikalische Taten sprechen ließ. Und dass diese Hand und Fuß haben, erkannte auch Mattias Kolstrup, seines Zeichens Sänger und Frauenschwarm von Dúné, der in der Mitte des Sets prophetische Züge entwickelte: „Big things are going to happen to that band, so give them a big fucking hand!“Als um kurz vor Neun dann nach einer großzügigen Umbaupause – die aufgrund des Equipmentaufwands der Dänen beileibe gerechtfertigt war – Dúné auf die Bühne trabten, gab es kein Halten mehr. Der Frauenanteil im Publikum war sowieso schon sehr hoch, doch nun zeigte sich deutlich, dass das Durchschnittalter der Besucher weit unter 20 lag. Gekreische, Gejohle, Glücksgefühle. Ein warmer Empfang für Dúné, die direkt mit dem Opener „Time to Leave“ zu überzeugen wussten und mit „Let Go of Your Love“ nachlegten. Ein kompakter, glasklarer Sound ohne störende Nebengeräusche erfüllte den Raum, der von der kleinen Stahlempore aussah, als würde er es sein, der sich bewegt und nicht das gesamte Kollektiv vor der Bühne. In der Mitte des Sets plötzlich ein besonderer Augenfang: Keyboarderin und Gitarristin Cecilie wird von Keyboarder Ole kurzum geschultert und mit dilettantisch-ungestümer, aber dafür umso kurioser Art und Weise umhergeschleudert. Beide schienen sichtlich ihren Spaß zu haben und auch Mattias betonte, wie sehr ihnen der Auftritt gefiele – in den Niederlanden spielte die Band vor gefühlten zehn Leuten, von denen etwa die Hälfte aus Deutschland angereist war.
Nach einer guten Stunde war zunächst Schluss mit der Sause, doch sowohl das Publikum als auch Dúné konnten und wollten noch mehr. Es folgte der Ausklang des Abends mit „Go Go Valentina“, „80 Years“ und dem grandiosen „Please Bring Me Back“. Letzteres wünschten sich wohl auch einige Besucher vom jeweilig favorisierten Bandmitglied, als sie rundum glücklich den Heimweg antraten…
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