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02.02.2010 Autor: akkordarbeiter

Baroness: Berlin - Festsaal Kreuzberg (28.01.2010)

Während sich wenige Kilometer Luftlinie entfernt die Beatsteaks im Magnet Club mit einem Benefizkonzert zugunsten von Ärzte ohne Grenzen aus der Live-Pause zurückmelden, gastieren zeitgleich im Herzen Kreuzbergs vier Musiker aus Savannah, Georgia, die nicht wenige für die momentan beste Metal-Band der Welt halten. Und keine Frage: eine außergewöhnlich versierte Band sind sie, die vier schweigsamen Herren, die während ihres Auftrittes bis zu den Dankesworten am Schluss des Sets nicht ein Wort verlieren.

Als Support haben sie Neurosis-Sänger Scott Kelly mitgebracht. Und man fragt sich, warum. Die Vermutung liegt nahe, dass sie in dem Schatten, der sich während des fast 50-minütigen Sets über das Publikum legt, nur noch heller strahlen wollen. Die teils akustischen, teils stark verzerrten, aber immer mit nur einer Gitarre begleiteten Stücke kommen so gut an, dass Kelly das Publikum mehrmals und zunehmend angepisster auffordert die Klappe zu halten.

Bei aller Abneigung gegen das Dargebotene, aber was sich viele im Publikum da leisten, die nach den Worten Kellys nur noch lauter reden und lachen, ist peinlich. Selbst als Gitarrist Peter Adams und Frontmann John Baizley von Baroness mit auf die Bühne treten und Kellys letzten Song mit sphärischen Sounds untermalen, senkt sich der Geräuschpegel nicht. Doch auch die Lautesten haben freilich keine Chance mehr, als Baroness loslegen.

Und das tun sie buchstäblich - "loslegen". Wie Baizleys Körper zuckt und immer wieder auf die Knie geht. Mit welcher Wucht Adams seinen Schädel und seine Mähne auf alle möglichen Schläge, nur nicht die Eins nach vorne wirft - das ist voller Energie und Hingabe. Hätte nicht schon die Lautstärke die Großmäuler von eben vergessen gemacht, es hätte sie hoffentlich spätestens dieser Anblick gebannt. Und so geht das jetzt siebzig Minuten lang. Während sich Basser Welch konstant unter seiner Mähne versteckt hält, besorgen Adams und Baizley den optischen Teil des Konzertes.

Wenn sie bei all der instrumentalen Tightness nun noch Abwechslungsreichtum in den Vocals bieten würden, wäre es perfekt, aber die im Chor gesungenen Whooo's und Whaaa's werden leider schnell eintönig. Nichtsdestotrotz überzeugt die Performance auch jene, die vorhin noch nicht die Klappe halten konnten. Als Baroness schließlich ihr Schweigen brechen, bedeutet das auch das Ende des regulären Sets. Für die Zugabe spielen sie nach eigener Aussage zum zweiten Mal überhaupt erst auf einer Bühne eine Cover-Version des Punk-Klassikers New Age von Blitz. Und es ist sehr gut zu hören, dass sie auch anders können als Whooo und Whaaa.

Eine aberwitzige Konzertkritik vom aberwitzigen Jens Balzer findet ihr <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0130/feuilleton/0055/index.html">hier</a> in der Berliner Zeitung, wenngleich er sich bei der Spielzit und einem Albumnamen ein wenig vertan hat. ;-)

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