Muse: München - Olympiahalle (20.11.2009)
Endlich ist es soweit, wir machen uns auf den Weg nach München!Um 18h sind wir dort, ab in die 5. Reihe.
Die Wartezeit vergeht schnell, um 19.30 schon starten BIFFY CLYRO mit einer wirklich hinreißenden Show. Redefreudiger als der Hauptact (und das in fast perfektem Deutsch) geben die 3 Schotten eine halbe Stunde alles. Etwas verloren wirken sie zwar zwischen den 3 monströsen Türmen der muse'schen Bühnendeko und eingehüllt in rotes Licht, ihre Power auf der Bühne macht das aber weg. Einzig der Sound stört mich, die tolle Stimme des Sängers ist teilweise kaum zu hören... Dennoch eine gelungene Show!
Die folgende Umbaupause dauert eine gefühlte Ewigkeit, und als um 21h endlich wieder das Licht ausgeht, kann ich es kaum glauben.
Das Intro ist wunderschön, die 3 Türme, die vorher noch schludrig wirkten, werden Stück für Stück erleuchtet und toll in Szene gesetzt. Als dann die ersten Töne von "Uprising" erklingen und in der Mitte der Türme die Band erscheint, gibts kein Halten mehr. Die Stimmung im Publikum ist herrlich, die Band selber gibt von Beginn an alles.
Auf "Uprising" folgt "The Resistance" und bei "New Born" dann senken sich die Türme nach unten und die Band steht auf der normalen Bühne, fast zum Greifen nahe.
Die Setlist ist gut gewählt, klarerweise liegt der Focus auf dem aktuellen Album, aber auch Klassiker wie "Plug in Baby", "Hysteria" oder "Stockholm Syndrome" fehlen nicht.
Wolstenholme am Bass nickt ruhig vor sich hin und strahlt die Ruhe aus, die Bellamy fehlt. Dieser entlockt seinen Gitarren die unmöglichsten Töne, rennt hin und her und ist stimmlich absolut top. Howard drischt auf sein Schlagzeug ein, als gäbe es kein Morgen mehr.
Zwischen einigen Tracks (wenn Bellamy mal wieder die Gitarre wechselt, das Klavier gebracht wird oder er warum auch immer verschwindet), jammen Howard und Wolstenholme zur Überbrückung, was wirklich Freude macht und die beiden mal verdienter Weise in den Mittelpunkt der Show stellt.
Einziger Wehrmutstropfen für mich ist die Tatsache, dass nur 2 Songs am Klavier gespielt werden, was wohl dem Bühnenaufbau zuzuteilen ist. Anders als in vorherigen Shows steht das Klavier nicht permanent zur Verfügung, sondern muss extra gestellt werden. Deshalb gibts (natürlich wieder in luftigen Höhen, damit es noch geiler aussieht) nur 2 Songs: "Feeling Good" und das wunderschöne "United States of Eurasia". Gänsehaut ohne Ende!
Die Licht- und LED-Show ist natürlich OVER THE TOP, was an Technik aufgefahren wird schrammt haarscharf an Übertreibung vorbei. Die 3 Türme werden perfekt als Leinwände genutzt, auf denen Videos, die Künstler selber oder Animatienen gezeigt werden, perfekt abgestimmt auf die einzelnen Songs. Auch die obligatorischen Riesenballons dürfen nicht fehlen und schwirren eine Weile über uns - die Halle kocht zu diesem Zeitpunkt bereits, selbst die Ränge klatschen und schreien und sitzen sehe ich keinen mehr.
Auch wenn es nach Lobhudelei aussehen mag - diese Show ist einfach PERFEKT! Klar, Ecken sucht man hier vergeblich, kein falscher Ton ist zu hören und Bellamy singt wie ein junger Gott. Manchen mag das ZU perfekt erscheinen, manche mögen auch kritisieren, dass die Band sich mit gerade mal 3 Sätzen ans Publikum richtet - ich aber finde all das toll und gerade das macht Muse doch aus. Perfekte Musik, Liebe zum Detail - Kitsch und Pathos und von allem eigentlich zu viel. Aber macht das etwas aus, wenn es so gut tut?
Als die drei sich nach gut 90 Minuten mit "Knights of Cydonia" verabschieden, lassen sie mich mit einem warmen Gefühl im Herzen und Gänsehaut zurück.
Es mag bodenständigere und greifbarere Bands als Muse geben - aber dieses Livefeeling können auch die nicht toppen!
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