Auf jeden!
War gestern beim Konzert in Berlin und es war wirklich...
Wer auf Bands wie Porcupine Tree oder Dredg steht, der sollte unbedingt ein Ohr riskieren. Sehr atmosphärisch mit schönen Keyboard-Teppichen und vereinzelten Violinen-Parts. Diese Norweger sollten auf jeden Fall mehr Menschen kennen. Allerdings sind ihre Alben hier in Deutschland nicht immer problemlos zu bekommen. Wer die Möglichkeit hat, sie auf einem der kommenden Spielorte der laufenden Tour zu erwischen, sollte diese Möglichkeit auf jeden Fall nutzen. Es lohnt sich:
Deftones - Diamond Eyes
The Ocean - Heliocentric
The Sword - Warp Riders
Anathema - We're here because we're here
Ufomammut - Eve
Amplifier - The Octopus
Earl Greyhound - Suspicicious Package
U.S. Christmas - Run thick in the Night
High on Fire - Snakes for the Divine
Constants - If tomorrow the war
Grade frisch von Elektrohasch Records eingetroffen: RotoR - "4" (Ltd Ed. 49/260)
Für das Artwork ist diese Dame hier verantwortlich: http://danielauhlig.blogspot.com
Also bei mir hinterlässt dieser ganze Zirkus 'nen komischen Beigeschmack. Ich meine, die waren doch nur 3 Jahre weg. Andere Bands nehmen in diesem Zeitraum eine ganze normale Auszeit. Das ganze ist ja nicht mal den Begriff "Reunion" wert. Mir kommt es langsam so vor, als reicht es Bands nicht mehr, einfach nur eine kurze Auszeit voneinander zu nehmen (mit gelegentlichen Seitenprojekten). Nein, da müssen sie sich gleich ganz auflösen, um nur kurze Zeit später ganz laut in die REUNIOOOOON-Tröte zu blasen, um die ganze Sache interessanter zu gestalten. Diese ganzen Reunions nehmen ohnehin überhand. Und dass es am Ende eben doch 'ne Geldfrage ist, weil es mit den alten Bands finanziell besser läuft, kann man am Ende eben nicht verhehlen.
Oh, mein Fehler. Aber nachdem die Band diesen Sommer bereits die Szene-Festivals "Stoned from the Underground" und "South of Mainstream" geheadlined und dabei in Schutt und Asche gelegt hat, waren sie gestern in der "Kathedrale des Krach", dem UT Connewitz in Leipzig zugegen und da wäre eine Konzert-Rezi echt angebracht gewesen (Ich hab Herrn S-kamp beim letzten Konzert in Berlin ohnehin gesagt, dass er mal in Lpz vorbeikommen soll ).
Nächsten Monat spielen sie nochmal im Hamburger Molotow... nur so als Tipp.
Irgendwie scheint der alles niederwalzende Siegeszug der italienischen UFOMAMMUT in Sachen Doom/Stoner/Sludge/Metal von Visions kein bisschen beachtet zu werden. Dabei wäre die Band für Jan Schwarzkamp gradezu prädestiniert.
Mit von der Partie sind laut twitter: Maynard James Keenan, Billy Howerdel, Josh Freese, James Iha und ein gewisser Matt McJunkins (Ashes Divide, Puscifer).
Also ich war im Sommer 2008 für 3 Wochen an der Ostküste, 1 Woche davon in NY. Wir waren bei einigen Konzerten (z.B. Grails in der Knitting Factory, aber die ist wohl mittlerweile umgezogen). Einmal waren wir in der "Music Hall of Williamsburg" bei Russian Circles. Williamsburg ist so das hippe Szeneviertel im Osten von Brooklyn mit vielen Bars, Clubs und Ateliers, sehr zu empfehlen. Konzerte und -Clubs bzw. -Hallen findest Du in NY natürlich wie Sand am Meer. In jedem Club kann man dann auch tagsüber Tickets für andere Konzerte in NY erwerben. Wenn Du wissen willst, wer wann in NY spielt:
http://www.lastfm.de/events/search?q=New York
Also das letzte Jahrzehnt war für mich, was den breiten Massengeschmack im Rock angeht, einfach nur grässlich. Auf nationaler Ebene kamen diese ganzen Indibands, die alle nicht singen konnten, an die Oberfläche, so wie Sportfreunde Stiller, Wir sind Helden, MIA usw. - Ganz fürchterlich. Ich hab das überall auf den Partys gehört und die Leute sind dazu abgegangen und ich dachte mir "Scheiße, das soll nun die Musik meiner Generation sein?". So muss sich also mein Vater in den 80ern gefühlt haben, wenn er immer von der NDW erzählt.
Auf internationaler Ebene passierte mit den Strokes, Libertines, Franz Ferdinand und auch ...*in Deckung geh*... den White Stripes genau dasselbe. Aufgewärmter 70er-Jahre-Lo-Fi-Sound sollte nun der coole, hippe Sound für das neue Jahrtausend sein und VISIONS hypte ordentlich mit. Jeden Monat wurden andere, neue Bands, vornehmlich mit dem vorangestellten "The" (Vines, Datsuns usw.) angekarrt und als das neueste, beste, tollste, hippste Ding verkauft. Da waren die 90er um einiges experimenteller. Herrgott, sogar der unsägliche Nu-Metal war innovativer als das.
15.9. Ufomammut - UT Connewitz, Leipzig
22.9. Keith Caputo & Zoli Teglas - Conne Island, Leipzig
6.10. Anathema - Anker, Leipzig
und am 5.10. kann ich mich nicht entscheiden zwischen Porcupine Tree & Oceansize in Halle oder Dillinger Escape Plan, Cancer Bats & The Ocean in Leipzig. KoRn spielen an dem Tag auch noch in Leipzig, aber die hab ich zum Glück satt.
Also ich bin erst mit dem letzten Album "Doomsdayer's Holiday" zu Grails gestoßen. Dementsprechend würde ich die Platte als Einstieg empfehlen, vor allem den Track "Reincarnation Blues". Habe sie auch erst vor 2 Monaten in Leipzig im UT Connewitz (einer DER Postrock-Tempel Deutschlands) gesehen, war aber eher enttäuscht weil der Sound übersteuert war und die Band recht lustlos wirkte. Aber 2008 in New York waren sie sehr geil. Generell mag ich's mehr wenn Postrock ein bisschen mehr Dampf hat.
Mein Geheimtipp: Monkey3 aus der Schweiz mit ihrem Album "39Laps": http://www.youtube.com/watch?v=E70ej23fUmY
Ich mag, wenn Postrock Eier hat und nicht nur weinerlich vor sich hin jammert. Meine Favs:
Russian Circles
Monkey3 (Geheimtipp aus der Schweiz: http://www.youtube.com/watch?v=E70ej23fUmY)
Long Distance Calling
Constants
und die üblichen Verdächtigen wie Isis und Pelican.
Leute mal ehrlich... Meiner Meinung nach käme so ein Postrock-Special in Visions MINDESTENS 5 Jahre zu spät. Ca. 2004 gab's mal ein Dro))))ne-Special (). Da hatte man dann einige Postrock-Bands wie Mogwai mit untergebracht, was für mich aber nicht wirklich gepasst hat.
Aber die Hochphase des Genres mit den Speerspitzen Mogwai, Godspeed und Sigur Rós ist ja schon lange vorbei. Die Anfänge mit Slint oder Tortoise liegen sogar noch länger zurück. Heutige Bands sind alle irgendwie redunant. Das einzige was diese Bands noch interessant macht, ist wenn sie, wie Grails (Jazz), Do-Make-Say-Think (Folk), 65Daysofstatic (Electro) oder Russian Circles (Metal) verschiedene Herrangehensweisen an das instrumentale Geschwurbel haben. Aber für ein Magazin wie Visions, welches immer um Aktualität bemüht ist, macht solch ein Spezial vielleicht irgendwann mal als History Sinn.