Mo Hayder kann ich mit Tokyo und Vogelmann auch völligst empfehlen, beides sehr aussergewöhnliche und makabre Thriller, wobei hier der Richtigkeit halber gesagt werden muss, dass Tokyo keinesfalls auf wahren Begebenheiten basiert, sondern sich historische Fakten des Japankrieges um Nanking zugrunde legt. Ist in meinen Augen ein großer unterschied.
Ebenso aussergewöhnlich und vielleicht eine spur makaberer ist die Yorkshire-Ripper Reihe von David Peace (1974, 1977, 1980, 1983).
Auch hier liegt ein faktisches Verbrechen einer fiktiven Erzählung zugrunde, interessierten Lesern sei an dieser Stelle sei das Sachbuch "...und erlöse uns von dem Bösen" von David A. Yallop ans Herz gelegt, was den faktischen Hintergrund der Reihe durchleuchtet und erläutern will.
Zugegebenermaßen bringt einen der eigensinnige Schreibstil Peace's einen bisweilen um den Verstand und zieht das Buch an manchen Stellen passend zum Inhalt ins unerträgliche. Ich hänge seit Monaten in der Mitte von 1980 fest, und habe es beinahe schon aufgegeben weiterzulesen.
Momentan gelesen werden:
Homer - Ilias
Richard David Precht - Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?
Topor - Memoiren eines alten Arschlochs
Harald Schmidt - Ich hatte 3000 Frauen
und ganz nebenbei ein Buch über die Götter des Nordens.
Tor Age Bringsvaerd - Die wilden Götter
Klingt schrecklich, aber ich lass jedes Buch woanders liegen und les dann auch jedes Buch eher nach Stimmung. Der Tatsächliche Haufen der Bücher bei denen ich irgendwo in der Mitte bin ist eigentlich noch größer, das hier sind nur die die ich in der letzten Woche mindestens einmal in der Hand hatte.
Achso. Ich persönlich war extrem enttäuscht vom kleinen Bruder, den hat mir mein Vater zu Weihnachten geschenkt und ich hatte ihn als Motivation eingesetzt wieder mehr zu lesen, also eine handvoll Bücher abzuarbeiten, bis ich mir Regner sozusagen gönne. Irgendwann war die Spannung zu groß, das Buch aus dem Regal gerissen und innerhalb zweier Nachmittage durch. Meiner Meinung nach ziemlich unausgereifte Ideen die hier verarbeitet wurden, klar gibt es auch hier wieder die eine oder andere Pointe, die ins Schwarze trifft, der Rest tendiert aber eher ins Belanglose.
Schade eigentlich, aber die Latte war nach Neue Vahr Süd einfach viel zu hoch gehängt. Der kleine Bruder stinkt da doch sehr nach Schnellschuss und eifrigem Komplettismus.
Habt ihr Visions-Macher eigentlich schon mal über eine Lese-Ecke nachgedacht? Zumindest online? Es gibt von Zeit zu Zeit ja durchaus relevante Veröffentlichungen, die es eigentlich wert wären besprochen zu werden. Ich persönlich würde mich über so etwas freuen. Material scheint gegeben zu sein, bei den Specials habt ihr ja Saturday Night Fever drin und in der aktuellen Ausgabe die Everett-Bio.
Zuletzt geändert von theescapologist 24.03.2009 11:40