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Orson - Hits von langer Hand

Autor: Sascha Krüger aus VISIONS Nr. 162 Storys Archiv
OrsonHollywood – der Ort für die großen Mythen. Zu einem solchen scheinen derzeit auch die von dort stammenden College-Rocker ORSON zu werden. Warum? Die Antwort bleibt einigermaßen nebulös. Selbst für sie.
Okay, sie kommen zwar aus Hollywood; ihren – um jetzt mal eine zum Phänomen passende Floskel zu benutzen – kometenhaften Aufstieg verdanken sie allerdings den begeisterungsfähigen Engländern. Dort auf der Insel räumten sie aus dem Stand heraus alles ab, was eine neue und gar nicht mehr ganz so junge Rockband abräumen kann. "So richtig verarbeitet haben wir das bis jetzt selbst nicht", gesteht Basser Johnny Bentjen als grinsendes California-Klischee: lieb, nett, cool, aber gleichzeitig auch so schwer greifbar und verbal glibberig wie die ortstypische Füllung einer frisch vollendeten Brust-OP. "Scheinbar hat hier einiges zusammengepasst: Unser Sound zur Jahreszeit zum allgemein angesagten Geschmack zum Melodie-Empfinden der Engländer."

Zunächst die Geschichte ihres saltohaften Karriereleiterhochfallens: Das britische Integritäts-Musikmagazin ‚Q’ wählt "No Tomorrow", die erste Single des Quintetts, im Dezember 2005 unter die "Top-50-Downloads" und beschreibt sie als "eine endlose Hookline". Die mausert sich dann zur Nummer 1 der European Downloadcharts, wird dort zur Single der Woche und im Anschluss zum weltweiten Download-Rekordhalter in der Geschichte der Apple-Plattform. Als dann die Single erscheint, schafft sie es von 0 auf 1 in die UK-Charts und knackt gleich noch einen weiteren Rekord: Sie ist die erste Debütsingle eines Newcomers, die sich an der Top-Position für drei aufeinander folgende Wochen halten kann. Und nun, als erste vollwertige Live-Tournee auf dem alten Kontinent, werden sie einen Großteil der Europa-Tour von Robbie Williams eröffnen. Schluck. Jetzt zur Erklärung des Ganzen. "Keine Ahnung", sagt Johnny, der Basser. Aha. Und dann sagt er doch noch was: "Wir scheinen wohl die richtige Chemie gefunden zu haben, eine Formel, die funktioniert. Ich möchte ganz sicher nicht arrogant klingen, aber für uns kam das gar nicht so überraschend. Einmal, weil wir schon sehr lange auf dieses Album hingearbeitet haben – genauer: fünf Jahre. Und zweitens, weil wir schon während der Aufnahmen im Studio das unbedingte Gefühl hatten: Hier entsteht etwas Besonderes, etwas, das zugleich sofort mitreißt, fröhlich macht und trotzdem von lang anhaltender Qualität ist."

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