VISIONS Spring Tour - Spring Break Fever
…haben uns lange darauf gefreut. Nach den VISIONS Anniversary-Festivals ist das unsere erste richtige Tour. Bands sehen, Gäste treffen, tanzen, staunen, Spaß haben. Aber auch: Herpeslippe, eine Dusche für 44 Leute, durchgebranntes Netzteil, sich verfahrende Bands, eine zu kurzfristige Bandabsage, der immerwährende Kampf um die besten Kanäle auf dem Mischpult, dem bestplatzierten Nightliner-Parkplatz und der Wer-fragt-die-meisten-Fragen um-das-Produktionsteam-auf-Trab zu-halten-Contest. Los geht's.
Duels
Kein leichtes Los. Keiner kennt sie, die Fünf aus Leeds. Das Debüt "The Bright Lights & What I Should Have Learned" erscheint erst am 7. Juli – nur Gutinformierte wissen um das Talent der Band, den Britpop a 'la Pulp mit tanzbarer Moderne zu vermengen. Seit dem zweiten Date genießt die Band Jokerstatus: Die Dame und die Herren haben auf dem Weg von München nach Frankfurt leider irgendwo eine falsche Abfahrt genommen und sind bei ihrem ersten irritierten Anruf 80 Kilometer hinter Stuttgart, direkt auf dem Weg in die Schweiz. Dies ist leider nicht der kürzeste Weg nach Frankfurt. Als wir schon jede Hoffnung aufgegeben haben, steht die Band um 19.45 Uhr vor der Batschkapp. Stagetime: 20.00! Die Crew: begeistert. Nach einer kurzen und motivierenden Ansage nehmen alle die Beine in die Hand. Belohnung: Die Duels stehen um 20.10 Uhr ohne Soundcheck auf der Bühne und geben alles. Einen Tag später ist in Dresden Pünktlichkeit oberstes Gebot. Den halben Tag gibt es von den Duels keine Spur. Vielleicht geht's heute aus Versehen nach Polen.
Unser Bus und sein Fahrer
Sein Name ist Büffel, sein Alter: 19 Jahre. Sein Fahrer: Franklin. Er hat schon Tomte, Kettcar, Madsen und viele andere gute Bekannte sanft in den Schlaf geschaukelt. Ein guter Mann, der nie die Contenance verliert – nur einmal: "Scheiße, ich habe mir den halben Fingernagel draußen an der Klappe abgerissen. Ich kann doch kein Blut sehen." Zu übersehen ist das aber nicht: Um den Bus an der Pforte des Berliner Postbahnhofs verläuft eine satt getropfte Blutspur. Armer Franklin.
The Kooks
Sie setzen Akzente: "Hello, we're The Keeks" – so klingt es, wenn Sänger Luke Pritchard seine Band vorstellt. Sie sind jung und heiß und nicht selten erweckt das Publikum den Eindruck, als wäre es nur für die vier Jungspunde hier. Ob sie die Erwartungen erfüllen können, wird leidenschaftlich diskutiert. Es gibt Leute, die sagen: "Och nee, uncharismatisch." Dagegen spricht, dass jedes mal vor der Bühne Panik im Pit herrscht und viele vieles mitsingen können – dabei ist das Album noch so neu! Die ungewaschenen Typen sind Vollblutmusiker und laufen den ganzen Tag mit Akustikgitarren durch die Gegend. Höhepunkt ist Dresden. 16 Uhr wird Wodka Lemon im Hausflur des Starclub gekippt und mit Zutons-Gitarrist Boyan Chowdhury alte Kamellen von den Beatles geklampft. Dem väterlichen Tourmanager gefällt das gar nicht. Alkohol konfisziert, Haussegen schief. Leider verlassen uns die insgeheimen Headliner für die letzten beiden Dates. Viel zu kurzfristig wurde bekannt, dass sie unabkömmlicherweise zum Videodreh nach Amerika müssen. Damn!
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Damit ihr einen kleinen Einblick bekommt wie es war, auf unserer VISIONS SPRING BREAK TOUR 2006, hier eine bunte Text-Collage. Nicht, dass es nachher heißt, wir hätten euch etwas verschwiegen. Das hier ist der geschriebene Trailer zu einem einwöchigen Roadmovie mit Ups and Downs und allem, was dazugehört.





