Drei Jahre lang war Ruhe, jetzt stampfen RAGING SPEEDHORN wieder los. "How The Great Have Fallen" heißt das finstere Unwetter, das die verstreute Herde zur Stampede treibt.
"Eine echte Band sind wir im Moment kaum", sagt Schlagzeuger Gordon Morison, "umso mehr freuen wir uns, wenn wir uns zuhause treffen." Im südenglischen Corby leben heute nur noch drei Sechstel von Raging Speedhorn – die anderen hat es nach Stockholm, Cardiff und in die walisische Provinz verschlagen. Gitarrist Tony Loughlin ist inzwischen ganz raus. Oder auch nicht. "Nach der letzten Tour verließ er die Band und ging nach London", erinnert sich der Drummer, "witzigerweise arbeitet Tony nun für unser Management. Wir telefonieren oft – nicht nur geschäftlich." Auch zwischen Nachrücker Jaye Thompson und den verbliebenen Speedhorns glühen die Drähte. "Wir rufen uns ständig an", beschreibt Morison die musikalische Fernbeziehung, "dabei spielen wir uns Fetzen vor, die wir gerade im Kopf haben." Wenn die beiden Smiths, Gitarrist Gareth und Bassist Darren, zuletzt durchbimmelten, dröhnte es meistens bleiern und schwerfällig aus der Hörmuschel. "Die beiden hörten ständig Black Sabbath und diesen schweren 70er-Jahre-Stoff", schmunzelt der 25-Jährige, "von den anderen unbemerkt haben sie eine Menge davon in den neuen Songs untergebracht. Im Nachhinein mögen wir den Doom-Einschlag sehr." Seit "How The Great Have Fallen" fertig ist, scharren Raging Speedhorn ungeduldig mit den Hufen. Das Sixpack möchte raus, wüten und seinen Ruf pflegen. "Auf Tour sind wir das, wofür man uns hält: ein übler Rowdy-Haufen. Wir betrinken uns, sind laut und lassen sämtliche Sicherungen durchbrennen", sagt Morison und gibt sich überzeugt: "Jeder von uns ist definitiv böse genug, um in dieser Band zu spielen." Das Augenzwinkern kann man durchs Telefon hören. Zu hören gab es wenige Tage nach dem Interview Neuigkeiten aus dem Raging Speedhorn-Stall: Sänger Frank Regan wird auf der ersehnten Tournee nicht mehr mit austicken, er ging kürzlich Richtung Familienhafen von Bord. Den Schreihals ersetzt – zumindest vorübergehend – ein gewisser Bloody Kev (Ex-Iron Monkey). Wenn der mal nicht böse genug ist …