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Nickelback - Between High School and Old School

Autor: Jörg Staude aus VISIONS Nr. 128 Storys Archiv
NickelbackEine Rockband hat einen Riesen-Singlehit und damit gleich mehrere Probleme an der Backe. NICKELBACK wissen das. Und bleiben auf der Spur. Man kann auch aus Fehlern von anderen lernen. Ein Gespräch mit Sänger/Gitarrist Chad Kroeger und Drummer Ryan Vikedal.
VISIONS: Man sieht euch auf Iron Maiden-Releaseparties, ihr habt einen Werbevertrag mit 'JVC', einem der größten Elektronikkonzerne der Welt, unterschrieben, bei dem ihr u.a. in Spots neben Donna D'Errico (Ex-Baywatch-Aktrice und Frau von Nikki Sixx – Anm. d. Verf.), Filmproduzent Jerry Bruckheimer, Lisa Loeb und Snowboard-Weltmeister Shaun Palmer zu sehen seid. Und ihr tretet bei 'Wetten dass?' auf. Willkommen im Mainstream!
Chad Kroeger: Ja, natürlich sind wir Mainstream. Oder würdest du uns als Underground-Band bezeichnen?
VISIONS: Die Frage wäre: Seht ihr euch selbst als prominent an?
Ryan Vikedal: (lacht) Das tut nur Chad.
Kroeger: Das ändert sich. Wenn man wie ein Prominenter behandelt wird, dann fühlt man sich auch so.
VISIONS: Wann zum Beispiel?
Kroeger: Wenn man in Clubs von Mädchen umzingelt wird, die alle Autogramme wollen. Wenn man aber in einem Land unterwegs ist, in dem man nicht so viele Platten verkauft hat, dann fühlt man sich wie ein Typ, der in einer Rockband spielt, mehr nicht. Unter der Dusche bin ich sowieso wie jeder andere auch.
VISIONS: Bringt es nur Vorteile mit sich, wenn man wie ein Prominenter behandelt wird?
Kroeger: Wenn du in ein Restaurant oder einen Club willst mit langer Schlange davor, dann ist das schon schön, wenn du erkannt wirst.
VISIONS: Das ist die angenehme Seite des Ruhms. Wie sieht es mit der unangenehmen aus?
Kroeger: Es gibt Situationen, in denen man nichts gegen seine Popularität tun kann. Wenn dich jemand runter macht und es die ganze Welt mitbekommt. Das kennt jeder in unserer Position.
VISIONS: Wie gehst du mit solcher Kritik um?
Kroeger: Man muss es akzeptieren. Es ist nur eine Meinung von vielen. Allerdings hat jeder, der in den Medien stattfindet, ein größeres Mikrophon als die Mehrheit.
VISIONS: Wenn man sich auf eine Bühne stellt, muss man damit rechnen, dass einem negative Kritik entgegenschlägt.
Kroeger: Gibt es wirklich Leute, die davon ausgehen, jedem zu gefallen? Ein Interview mit einem Journalisten ist nichts anderes, als wenn man jemanden in der Kneipe kennenlernt. Es sind die Vorurteile, mit denen wir Musiker zu kämpfen haben, weil die Musik vorab schon eine Wertung verlangt. Das ist eine Kausalkette, die viele Schreiber gerne annehmen: "Mir gefällt die Musik nicht, also liegt der Mensch, der sie macht, auch nicht auf meiner Wellenlänge." Ich schreibe meine Songs aber nicht für diese Leute, sondern für die, die sie mögen.
VISIONS: Reagiert ihr mittlerweile anders auf vernichtende Kritik als früher? Habt ihr euch ein dickeres Fell angeschafft? Das ist doch nötig, oder?
Vikedal: Es ist einfacher heute, ja. Erfolg bringt automatisch Selbstbewusstsein mit sich. Wenn du merkst, dass eine Sache, für die du hart gearbeitet hast, von den Leuten angenommen wird, gehst du mit schlechten Kritiken besser um. Das ist ein Automatismus. Fast zehn Millionen Menschen haben unsere letzte Platte gekauft, das ist kein schlechtes Gefühl.

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